1. Wirtschaft
  2. Unternehmen

Angeschlagene Airline: Air Berlin schließt fünf deutsche Flugbasen

Angeschlagene Airline : Air Berlin schließt fünf deutsche Flugbasen

Air Berlin schließt fünf von 15 Flugbasen in Deutschland. In Münster, Hannover, Dortmund, Erfurt und Dresden will die schwer angeschlagene Fluggesellschaft künftig keine Crews und Flugzeuge mehr stationieren - rund 100 Piloten sollen in diesem Zusammenhang ihren Arbeitsplatz nach Düsseldorf verlegen. Das kündigte Air Berlin am Donnerstag bei der Vorlage der Zahlen für das zweite Quartal an.

Die sahen nur auf den ersten Blick gut aus: 8,6 Millionen Euro Gewinn - erstmals seit fünf Jahren ein zweites Quartal ohne rote Zahlen. Aber das Plus ist nur das Ergebnis von Wertpapier- und Fremdwährungseffekten. Im eigentlichen Kerngeschäft flog Air Berlin ein neues Negativ-Betriebsergebnis (Ebit) von 6,9 Millionen Euro ein.

Mit 14,63 Millionen Passagieren lag die Fluggesellschaft um 0,2 Prozent über dem ersten Halbjahr 2013. Das wäre ein schöner Wert, wenn die Fluggesellschaft ihr Platzangebot nicht im selben Zeitraum um 3,7 Prozent ausgeweitet hätte. Außerdem trieben Abfindungszahlungen die Personalkosten um 14 Prozent in die Höhe - Air Berlin hat jetzt 300 Mitarbeiter weniger als vor einem Jahr und will bis Ende 2014 insgesamt 900 Stellen gestrichen haben.

Auf dem zweiten Halbjahr wird weiterhin die Ukraine-Krise lasten. "Wir haben eine Nachfrageschwäche aus den russischen und ukrainischen Märkten, und die Märkte waren für unsere Langstreckenverbinung aus Berlin und Düsseldorf eheraus wichtig", sagte Finanzchef Ulf Hüttmeyer gestern.

Mit weniger Mitarbeiter, weniger Flugzeugen und einem inzwischen stark ausgedünnten Streckennetz will Air Berlin 2016 wieder einen Jahresgewinn schaffen. 2013 lag das Minus noch bei 315 Millionen Euro.

(tor)