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Jeder zehnte Arbeitsplatz wird gestrichen: Air Berlin meldet mehr Gewinn - Jobs gefährdet

Jeder zehnte Arbeitsplatz wird gestrichen : Air Berlin meldet mehr Gewinn - Jobs gefährdet

Air Berlin hat überraschend seine Quartalszahlen veröffentlicht, während die Gewerkschaft Verdi die Fluggesellschaft aufforderte, ihre Sparpläne sofort öffentlich zu machen. Die jüngsten Berichte über die angeblich geplante Streichung jedes zehnten Arbeitsplatzes und damit mehr als 900 Stellen seien "schockierend", sagte eine Verdi-Sprecherin.

Tatsächlich hat Air Berlin den Gewinn im dritten Quartal mehr als verdoppelt. Netto kletterte das Ergebnis auf 66,6 Millionen Euro nach 30,2 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen mitteilte. Das operative Ergebnis legte um 4,5 Prozent auf 101,2 Millionen Euro zu. Der Umsatz stieg binnen Jahresfrist um 1,4 Prozent auf etwa 1,4 Milliarden Euro. Der Lufthansa-Konkurrent führte die Zahlen vor allem auf das Sparprogramm "Shape & Size" zurück, das unter anderem den hohen Treibstoffkosten entgegenwirkte, die im Berichtszeitraum um 35 Millionen Euro stiegen.

Der Air-Berlin-Vorstandsvorsitzende Hartmut Mehdorn sieht sein Unternehmen "auf dem richtigen Weg". Zugleich schränkte er ein: "Die Reise ist aber noch nicht beendet." Ziel bleibe, im kommenden Jahr in die Gewinnzone zurückzukehren.

Damit bleiben weitere Sparmaßnahmen wahrscheinlich. Es sei "unglaublich", dass solche Spekulationen unkommentiert durchdringen, kritisiert Verdi.

Vor allem Mitarbeiter aus den kleinen Standorten in Westfalen wie Münster oder Paderborn hätten Angst, sie könnten beim Stellenabbau die Ersten sein, sagte die Sprecherin. "Die Verunsicherung ist riesengroß." Es könne nicht sein, dass die Mitarbeiter noch wochenlang im Unklaren blieben. "Air Berlin muss Transparenz herstellen", sagte die Verdi-Sprecherin. Air Berlin sagt dagegen, die konkreten Sparpläne würden erst noch endgültig ausgearbeitet.

(meyl/dpa)