1. Wirtschaft
  2. Unternehmen

Air Berlin: Bundesregierung macht Druck auf Piloten

Massenhafte Krankmeldungen : Bundesminister warnen Piloten von Air Berlin

Nach den massenhaften Krankmeldungen bei Air Berlin schaltet sich die Bundesregierung ein. Arbeitsministerin Nahles wirft den Piloten unsolidarisches Verhalten vor. Die Fluggesellschaft musste erneut Flüge streichen.

Die massenhaften Krankmeldungen von Piloten der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin haben scharfe Kritik von Politikern ausgelöst. Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) kritisierte das Verhalten der Piloten als "hochgradig unsolidarisch". Die Piloten würden mit ihrem Verhalten eine vernünftige Übergabe oder einen Verkauf behindern. "Das ist nicht akzeptabel." Die rund 8000 Beschäftigten "sollten jetzt nicht in Mithaftung genommen werden für die Einzelinteressen von einigen Piloten". Air Berlin sei in einer schwierigen Lage, sagte die SPD-Politikerin der Nachrichtenagentur Reuters. Auch Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) mahnte zügige Verhandlungen an. Zudem sollte es "möglichst wenig Störfeuer" geben — "von welchen Seiten auch immer".

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt sagte: "Ich kann an alle nur appellieren, wieder Vernunft einkehren zu lassen. Es ist ein riskantes Manöver, was da von einigen Piloten offensichtlich versucht wird." Ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums ließ die Frage offen, ob Air Berlin weitere Hilfskredite verwehrt werden, falls die Krankmeldungen weitergehen.

Air Berlin hofft, dass die massenhaften Krankmeldungen von Piloten ab Donnerstag aufhören. Am Mittwoch hatte die Fluggesellschaft erneut 70 Flüge absagen müssen, weil Piloten sich in einer anscheinend abgesprochenen Aktion krank gemeldet hatten. Ziel ist es offenbar, im Insolvenzverfahren Druck zu machen. Die Piloten fordern Sonderrechte beim Übergang zu anderen Firmen, wenn Ende kommender Woche entschieden wird, welche Teile von Air Berlin an welchen Interessenten gehen.

(jd/rky/mar)