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Abgesagte Flüge​: Ministerium droht Airlines mit Prüfung der Vorkassepraxis​

Abgesagte Flüge : Ministerium droht Airlines mit Prüfung der Vorkassepraxis

Reisende müssen in diesen Tagen mit viel Ärger und Enttäuschungen rechnen. Zahlreiche Flüge fallen aus. Das Geld haben die Kunden aber schon vor Wochen an die Airlines überwiesen. Jetzt droht das Verbraucherschutzministerium den Unternehmen.

Mit Blick auf etliche Flugausfälle und -verspätungen zieht das Verbraucherschutzministerium die Überprüfung der Vorkassepraxis bei Flügen in Betracht. Das Haus von Ministerin Steffi Lemke (Grüne) appellierte einer Sprecherin zufolge an die Flugunternehmen, ihrer „gesetzlichen Pflicht zur Rückerstattung innerhalb von sieben Tagen proaktiv“ nachzukommen, wie die „Welt am Sonntag“ berichtete. „Sonst wird man die Vorkassepraxis in ihrer jetzigen Form überprüfen müssen“, sagte die Sprecherin der Zeitung. „Bei der Vorkassepraxis haben Fluggäste ein hohes Risiko, wenn es zu Flugausfällen oder Insolvenzen von Fluggesellschaften kommt.“

Bei Flugbuchungen müssen Verbraucher die Kosten für Tickets in der Regel im Voraus bezahlen. In der Fluggastrechteverordnung ist geregelt, dass Rückzahlungen bei ersatzlos abgesagten Flügen innerhalb von sieben Tagen erfolgen müssen. Verbraucherschützer fordern schon länger eine Abschaffung der Vorkassepraxis. Dass Flüge in der Regel vorab bezahlt werden müssen, könne für Kunden ein erhebliches finanzielles Risiko bedeuten.

Auch am zweiten Wochenende der Sommerferien in NRW haben die Fluglinien dort wieder einige Flüge gestrichen. Am Flughafen Köln/Bonn fielen am Samstag nach Angaben des Flughafens Starts nach London, dort wurden auf der Abflugtafel Verbindungen nach Lissabon, Malaga, Barcelona und Mailand als gestrichen angezeigt.

Eurowings hatte Absagen Mitte Juni mit einer Flugplan-Konsolidierung begründet, die notwendig sei, um mehr Stabilität in den Plan zu bekommen. Wegen der Corona-Pandemie war die Luftfahrtbranche in eine schwere Krise geraten. Zahlreiche Stellen wurden abgebaut. Hinzu komme, so Eurowings, ein Anstieg bei den Corona-Infektionen und damit verbundene kurzfristige Krankmeldungen bei den Angestellten.

In Düsseldorf gibt es am Samstag immerhin Entspannung bei den Wartezeiten. Reisende mussten sich in Düsseldorf am späten Vormittag auf Wartezeiten bei den Sicherheitskontrollen auf bis zu 20 Minuten einstellen. Die Zeiten bei der Gepäckabfertigung variierten je nach Fluglinie. Nach der Beobachtung eines dpa-Mitarbeiters blieb die Länge der Schlangen vor den Schaltern aber im Rahmen. Die Reisenden zeigten sich demnach entspannt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Ferienstart am Düsseldorfer Flughafen – Kilometerlange Schlangen und volle Terminals

(csi/dpa)