1. Wirtschaft
  2. Unternehmen

60 Cent: Deutsche Post AG darf das Briefporto erhöhen

60 Cent ab Januar : Deutsche Post darf das Briefporto erhöhen

Die Verbraucher in Deutschland müssen im kommenden Jahr erneut mehr für ihre Briefe zahlen. Die Bundesnetzagentur gab der Deutschen Post grünes Licht für ihre Pläne, das Porto für den Standardbrief von derzeit 58 Cent zum 1. Januar 2014 auf 60 Cent zu erhöhen.

Analysten erwarten, dass dies rund 50 Millionen Euro mehr Gewinn in die Kassen der Post spülen wird. Auch bei Zusatzleistungen rund um das Einschreiben drehen die Bonner an der Preisschraube. Bei internationalen Briefsendungen steigt der Preis für den Maxibrief (über 1000 bis 2000 Gramm Gewicht) um zehn Cent von jetzt 16,90 auf 17 Euro.

Erst zu Jahresbeginn hatte die Post das Briefporto angehoben. Aber auch bei Express-Sendungen will der Konzern stärker zulangen. Die Kunden der Post erhielten eine "weiterhin qualitativ hochwertige Leistung an sechs Zustelltagen pro Woche", betonte Netzagentur-Präsident Jochen Homann. Der Post macht seit Jahren der Rückgang verschickter Briefe zu schaffen. Immer mehr schriftliche Kommunikation wird über das Internet abgewickelt. Auch steigen nach Angaben des Konzerns Personalausgaben und andere Kosten.

Post-Aktien legten in einem kaum veränderten Gesamtmarkt um 0,8 Prozent auf 26,22 Euro zu.

"Die von der Antragstellerin mit Antrag vom 15.11.2013 zur Genehmigung vorgelegten Entgelte werden (..) genehmigt", teilte die für Postdienstleistungen zuständige Beschlusskammer der Bundesnetzagentur mit. Diese muss als Regulierer des Postmarktes die Briefpreise der Post genehmigen.

Dass die Behörde dem aktuellen Preisantrag der Post zustimmt, hatte sich abgezeichnet. Denn die Bundesnetzagentur hatte bereits im Oktober die Weichen für Portoerhöhungen gestellt und einen Vorschlag zur Preisregulierung vorgelegt, der dem Dax-Konzern für die kommenden fünf Jahre deutlich mehr Spielraum für Preiserhöhungen gibt.

Schon seit Jahresbeginn hatte die Post erstmals seit 15 Jahren die Verbraucher beim klassischen Briefporto stärker zur Kasse gebeten. Den Preis für den Standardbrief bis 20 Gramm hatte der Konzern von 55 Cent auf 58 Cent erhöht. Die Bonner sind in Deutschland das einzige Unternehmen, das die flächendeckende Versorgung der Verbraucher mit Briefen sicherstellt. Wettbewerber wie TNT Post konzentrieren sich auf die Verteilung von lukrativen Massensendungen in Ballungsräumen.

(REU/afp)