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5G-Auktion: Telekom bietet aggressiv um die neuen Mobilfunklizenzen

Mobilfunk : Die 5G-Auktion wird härter als gedacht

Zeitweise schien es so, als ob der Neuling United Internet günstig an eine Lizenz für das neue Mobilfunknetz 5G kommen kann. Doch speziell die Telekom hält dagegen.

Von Reinhard Kowalewsky

Nachdem es am Dienstag zeitweise so schien, als ob die Auktion für die 5G-Lizenzen sehr schnell vorbei sein könnte, weil sich die vier Bieter stillschweigend auf eine Verteilung der 41 Frequenzblöcke einigen, hat am Mittwoch ein neuer, härterer Bieterkampf angefangen. Für acht der zwölf attraktiveren Blöcke aus dem Zwei-Gigahertz-Spektrum hatte die Deutsche Telekom das jeweils höchste Angebot eingereicht, als die Auktion um zirka 18 Uhr für den Tag endete. Als Ergebnis blieben für den Neuling United Internet (1&1 Drillisch) nur zwei dieser Frequenzblöcke übrig, Vodafone würde auch zwei Blöcke erhalten, Telefonica Deutschland keinen. Mittags um 14 Uhr hatte es dagegen United Internet geschafft, bei vier der zwölf besonders begehrten Frequenzblöcke das jeweils höchste Gebot abgegeben zu haben. Das provozierte dann die Reaktion der Telekom.

Insgesamt lag die Summe der Gebote für alle Frequenzblöcke am Mittwochabend bei 2,6 Milliarden Euro. Am Dienstagabend hatte die Summe aller Gebote erst bei 2,3 Milliarden Euro gelegen. Da hatten Beobachter der Auktion vermutet, dass die Versteigerung sehr schnell beendet sein würde, weil bei einer Runde der Auktion nur noch Telekom und Telefonica neue Gebote einreichten. Als Ergebnis stieg der Kurs von United Internet an der Börse um zeitweise fünf Prozent. Die Aktionäre hofften irrigerweise auf günstige Frequenzen.

Zum Hintergrund: Bei der Auktion können alle vier Teilnehmer bei jeder Runde für jeden der 41 Frequenzblöcke ein neues Gebot einreichen. Sie können auch nur ein neues Gebot oder keines bei einer Auktionsrunde einreichen. Beendet ist die Versteigerung erst dann, wenn in einer Runde kein einziges neues, höheres Angebot eingeht. Der Dortmunder Wirtschaftsprofessor Torsten Gerpott vermutet, dass die Höhe der Gebote am Ende rund vier Milliarde Euro ausmachen wird.

Die 5G-Lizenzen sind für die Zukunft der Telekom-Branche und der ganzen Wirtschaft sehr wichtig. Sie ermöglichen völlig neue Anwendungen mit Mobilfunknetzen.