Öffentlicher Nahverkehr 49-Euro-Ticket ab 3. April im Verkauf – Studenten im Nachteil

Düsseldorf · Der Start des 49-Euro-Tickets ist nun zum 1. Mai besiegelt. Aber Studenten erhalten nicht den Rabatt, den sie erhofft hatten. Münster führt ein 29-Euro-Ticket ein, Düsseldorf zieht nicht mit.

Eine S-Bahn fährt am frühen Morgen Richtung Kölner Innenstadt.

Eine S-Bahn fährt am frühen Morgen Richtung Kölner Innenstadt.

Foto: dpa/Henning Kaiser

Die Verkehrsminister der Länder haben den Start des 49-Euro-Tickets zum 1. Mai nun besiegelt. „Wir haben letzte Hürden beim Deutschlandticket genommen“, sagte NRW-Minister Oliver Krischer (Grüne) als Vorsitzender der Verkehrsminister-Konferenz am Donnerstag in Aachen. Der Verkauf starte am Montag, 3. April. Mit dem Ticket werden die Bürger dann ebenso bundesweit in allen Bussen, Bahnen und Nahverkehrszügen unterwegs sein können wie im vergangenen Sommer mit dem sehr beliebten Neun-Euro-Ticket. Weil das 49-Euro-Ticket voraussichtlich schon bald im Preis steigen wird, sprechen die Politiker und Verkehrsverbünde wie der VRR schon jetzt vorsorglich bevorzugt vom Deutschlandticket.

Studierende in NRW werden von den neuen Regelungen wohl nicht uneingeschränkt begeistert sein. Die Landes-Asten-Vertretung hatte unter anderem im Gespräch mit unserer Redaktion gefordert, dass ihre Semestertickets künftig deutlich weniger als die bisher üblichen rund 35 Euro pro Monat kosten werden. Und sie sollten bundesweit gültig sein statt wie bisher nur landesweit.

Stattdessen wird es nun eine „Upgrade-Lösung“ geben, so Krischer. Die Studenten erhalten weiterhin ihre landesweit gültigen Semestertickets. Und für bundesweite Gültigkeit zahlen sie dann die Differenz zu den 49 Euro. Das hat zwar den Vorteil, dass sie frei wählen können, aber Geld sparen die angehenden Akademiker gegenüber der allgemeinen Bevölkerung und deren 49-Euro-Tickets nicht. Die Landes-Asten-Vertretung fürchtet nun, dass Studenten gegen die Zwangsgebühr für das Semesterticket klagen, weil es ja für jedermann für nur etwas mehr Geld ein deutschlandweites Angebot gibt. „Dieses Solidarprinzip ist in Gefahr und kann vor Gericht gekippt werden, wenn der Preisunterschied zu einem Ticket mit gleichwertigen oder besseren Konditionen nicht groß genug ist“, sagt Simon Roß, Projektleiter für Mobilität im Asta der RWTH Aachen.

Als Ergänzung zum 49-Euro-Ticket mit bundesweiter Gültigkeit wird es in Münster auch noch ein 29-Euro-Ticket nur für die Stadt geben. Das beschloss der dortige Stadtrat. Die NRW-Landeshauptstadt Düsseldorf und andere Städte werden aber wohl nicht mitziehen. „Die 49-Euro sind schon ein sehr guter Preis“, sagt Norbert Czerwinski, Sprecher der Grünen Fraktion im Düsseldorfer Stadtrat. Praktisch alle Kommunen in NRW hätten nur knappe Mittel. „Da ist es sinnvoller, die verfügbaren Gelder in eine Verbesserung des ÖPNV zu stecken und steigende Kosten zu decken, anstatt sich ein spezielles Angebot nur für eine Kommune auszudenken.“ Außerdem bringe ein nur auf eine Stadt konzentriertes Angebot wenig, um die vielen zehntausend Pendler aus dem Umland zum Umstieg auf den ÖPNV zu bringen.

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Foto: dpa/Sven Hoppe

Weil die Grünen in Düsseldorf gemeinsam mit der CDU die Mehrheit im Stadtrat stellen, steht damit fest, dass es kein Extra-Discount-Ticket für die Stadt geben wird.

Dem Start des Deutschlandtickets muss nun noch der Bundesrat zustimmen, was reine Formsache ist, nachdem die Verkehrsminister der Bundesländer sich bereits geeinigt haben. Vorgesehen ist ein digital buchbares, monatliches Abo. Der Bund wird von 2023 bis 2025 jeweils pro Jahr 1,5 Milliarden Euro bereitstellen, die Länder geben ebensoviel Geld.

In NRW muss noch geklärt werden, ob und zu welchem Preis Sozialtickets künftig bundesweit gültig sind. Die Grünen im Landtag drängen bereits auf eine Lösung, sagt Ina Besche-Krastl für Schienenverkehr zuständige Sprecherin der Fraktion: „Die Einführung des Deutschlandtickets ist ein Erfolg. Für uns Grüne ist dabei auch eine Lösung für ein Sozialticket unterhalb der 49 Euro wichtig, damit Mobilität für alle Menschen finanzierbar ist.“

Verkehrsminister Krischer sieht das ähnlich, wahrscheinlich wird es eine Lösung geben bei der die bisherigen Zuschüsse des Landes für Sozialtickets helfen werden, das Deutschlandticket für Bedürftige in NRW besonders günstig zu machen.

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