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Autoexperten schlagen Alarm: "2009 wird sehr grausam"

Autoexperten schlagen Alarm : "2009 wird sehr grausam"

Düsseldorf (RPO). Die Autoindustrie rutscht immer tiefer in die Krise. Im November sind in Europa sind die Pkw-Neuzulassungen so stark eingebrochen wie seit 1999 nicht mehr. Toyota – der größte Autohersteller der Welt – tritt heftig auf die Kostenbremse. Autoexperten bezeichnen das kommende Autojahr 2009 in ihren Prognosen als "sehr grausam".

Düsseldorf (RPO). Die Autoindustrie rutscht immer tiefer in die Krise. Im November sind in Europa sind die Pkw-Neuzulassungen so stark eingebrochen wie seit 1999 nicht mehr. Toyota — der größte Autohersteller der Welt — tritt heftig auf die Kostenbremse. Autoexperten bezeichnen das kommende Autojahr 2009 in ihren Prognosen als "sehr grausam".

Die Pkw-Neuzulassungen in Europa sind im November den siebten Monat infolge zurückgegangen. Die Zahl der verkauften Neuwagen gegenüber dem Vorjahresmonat sank deutlich um 25,8 Prozent auf 932.537 Fahrzeuge, teilte der Verband der europäischen Automobilhersteller (ACEA). Einen so starken Rückgang habe es seit 1999 nicht mehr gegeben.

Noch stärker ist der amerikanische Automarkt von der Krise betroffen. Nach Branchenschätzungen ist hier der Markert bereits im Oktober um 31 Prozent auf 850.000 Fahrzeuge abgestürzt. Heimische Hersteller wie GM oder Chrysler stehen kurz vor dem Bankrott.

Toyota-Konzern greift zu harten Sparmaßnahmen

Aber auch Toyota, der größte Autohersteller der Welt, ist jetzt von der US-Krise betroffen. Laut Medienberichten will der japanische Großkonzern geplante Investitionen zurückfahren und auf Bonuszahlungen für seine Manager verzichten. Von den Kürzungen ist unter anderem ein Werk in China betroffen, wo bis Ende 2009 die Produktion um 50 Prozent auf 150.000 Fahrzeuge erhöht werden sollte. Toyota läuft Gefahr, bis Ende März 2009 Verluste in Höhe von rund 100 Milliarden Yen einzufahren.

Sogar das erfolgreiche Hybrid-Modell ist von der selbstverordneten Diät betroffen. Die eigentlich ab Mai 2010 geplante Produktion in den USA wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Das fast fertiggestellte neue Werk für den Bau des Prius im Bundesstaat Mississippi werde vorerst nicht ausgerüstet, teilte Toyota am mit.

Die Aussichten für 2009 sind düster

Auch das kommende Jahr bringt keine Aussicht auf Besserung. Die Prognosen der Experten sind düster. Automobilforscher Prof. Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen fasst das Autojahr 2009 kurz und knapp zusammen: "Es wird sehr grausam." Vor allem dürfte das die Neuwagenverkäufe betreffen: "Wir gehen davon aus, dass die Verkaufszahlen mit 2,9 Millionen Autos erstmals seit der Wiedervereinigung unter 3,0 Millionen fallen werden. Es gab Zeiten, in denen jährlich 3,8 Millionen Autos verkauft wurden."

Nur die Billig-Marken könnten von der Krise profitieren. "Dacia hat eine Sonderkonjunktur." Der Duddenhöfer rechnet damit, dass auch der indische Hersteller Tata in Deutschland Autos anbieten wird — allerdings nicht den als "billigstes Auto der Welt" bekanntgeworden Tata Nano, sondern andere Modelle der Palette. Auch neue chinesische Hersteller dürften mit der Einführung preisgünstiger Modelle in Deutschland von der Krise profitieren wollen.

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Und wie steht es um die deutschen Hersteller? "Volkswagen und Ford sind ganz gut aufgestellt, Daimler, BMW und Audi dürften auch stabil sein", so Dudenhöffer. Allerdings seien von den Deutschen keine Erfolgsmeldungen zu erwarten.

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(tmn)