1&1 mit wenigen eigenen Antennenstandorten Das vierte deutsche Handynetz geht an den Start

Montabaur · Nach dem Aus von E-Plus vor sieben Jahren geht in Deutschland wieder ein viertes Handynetz in Betrieb. Der Telekommunikationskonzern 1&1 will bei einer Feier am Freitag in Montabaur seine mobilen Dienste offiziell starten.

 Das 1&1-Logo (Symbolbild).

Das 1&1-Logo (Symbolbild).

Foto: dpa/Thomas Frey

Danach können Neukunden auf das noch sehr kleine Netz kommen. Ende September waren es nur rund 60 Antennenstandorte, Anfang 2024 sollen es 200 sein. Zum Vergleich: O2 hat bundesweit mehr als 28.000 Antennen-Standorte. Dort, wo 1&1 keine eigenen Verbindungen bietet, werden die Neukunden mit dem O2-Netz verbunden. Verbraucherschützer versprechen sich von dem neuen Netz ein besseres Angebot am Markt.

Bisher gibt es in Deutschland Handynetze der Telekom, von Vodafone und von Telefónica Deutschland mit seiner Marke O2. Außerdem gibt es sogenannte virtuelle Netzbetreiber, die für ihr Mobilfunkgeschäft Kapazitäten der etablierten Anbieter nutzen und dafür Miete zahlen.

So ein virtueller Netzbetreiber ist die United-Internet-Tochter 1&1 bisher gewesen, ihre Handykunden wurden hauptsächlich mit dem O2-Netz verbunden. 2019 entschied sich Firmenchef Ralph Dommermuth aber dafür, auf eigenen Beinen zu stehen und an einer Frequenzauktion teilzunehmen. Er ersteigerte Nutzungsrechte für 1,1 Milliarden Euro, um auf gewissen Frequenzen selbst funken zu dürfen.

Der Netzausbau von 1&1 kam erst spät in die Gänge, wegen einer deutlichen Verzögerung droht der Firma ein Bußgeld. Deutschland hatte lange Zeit vier Handynetze, 2014 übernahm O2 aber den Konkurrenten E-Plus. Die Zusammenlegung der Netze erfolgte schrittweise bis 2016. Danach waren es nur noch drei Handynetze, nun sind es wieder vier.

(felt/dpa)
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