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Uniper und Fortum streiten über Dividende

Düsseldorfer Energiekonzern : Uniper und Fortum streiten über Dividende

Für 2020 erhöht der Düsseldorfer Stromerzeuger seine Dividende. Doch was 2021 wird, darauf konnten sich der finnische Großaktionär und der Uniper-Vorstand nicht einigen. Das ist sehr ungewöhnlich für einen Konzern.

Der Düsseldorfer Versorger Uniper kommt nicht zur Ruhe. Zwar hat der finnische Konzern Fortum mittlerweile eine satte Mehrheit errungen. Doch wohin die Reise gehen soll, lässt er weiter offen. Nun gipfelt die Auseinandersetzung von Vorstand und Eigentümer in einem Streit über die Dividende. „Uniper wird die Dividendenpolitik für das Geschäftsjahr 2021 zu einem späteren Zeitpunkt kommunizieren“, teilte das Unternehmen am Mittwochabend per Adhoc-Meldung mit. „Die Gespräche über die Dividendenpolitik und den Zeitpunkt der Veröffentlichung der Dividendenpolitik mit dem Großaktionär Fortum dauern an." Eine solche Ankündigung ist sehr ungewöhnlich für einen deutschen Konzern.

Einst hatte Eon seine Kraftwerke in Uniper abgespalten und an die Börse gebracht. Eon verkaufte seinen Anteil an die Finnen, die bauten ihre Mehrheit nach einer langen Übernahmeschlacht auf 75 Prozent aus. Bis Jahresende darf es keinen Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag geben. Was danach aus dem Unternehmen mit seinen 12.000 Mitarbeitern und vor allem der Düsseldorfer Zentrale wird, lässt Fortum offen. „Welche genaue Rolle die Zentrale in Düsseldorf in der Zukunft spielen wird, das können wir derzeit noch nicht sagen“, hatte Fortum-Chef Markus Rauramo im Dezember gesagt. Betriebsbedingte Kündigungen sind bis 2026 ausgeschlossen.

Immerhin läuft es operativ gut bei dem drittgrößten deutschen Stromerzeuger. Das Geschäftsjahr 2020 schloss Uniper am oberen Ende seiner Prognose ab. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen erhöhte sich von 863 Millionen Euro im Jahr 2019 auf nun 998 Millionen Euro, wie der Konzern mitteilte. „In einem schwierigen Marktumfeld haben wir es geschafft, unsere Ziele für 2020 zu erreichen und einen tiefgreifenden Wandel von Uniper hin zu einem nachhaltigen Energieunternehmen der Zukunft einzuleiten", sagte Uniper-Chef Andreas Schierenbeck. Im März hatte Uniper angekündigt, die europäische Stromerzeugung bis zum Jahr 2035 CO2-neutral zu gestalten. Kohlendioxid-Emissionen, etwa vom Steinkohlekraftwerk Datteln, sollen dann zwar noch möglich sein, aber durch grüne Projekte kompensiert werden.

Im vergangenen Jahr profitierte Uniper von dem guten globalen Gasgeschäft, guten Preisen für Atomstrom in Europa und den boomenden Wasserkraftwerken. Dagegen schwächelte das Geschäft in Russland.

Für 2020 ist man sich über die Ausschüttung auch noch einig: Wie angekündigt, schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung vor, für das Geschäftsjahr 2020 eine Dividende von 1,37 Euro je Aktie auszuschütten. Dies entspricht einer Gesamtdividendenzahlung von 501 Millionen Euro. Für 2019 hatte Uniper 1,15 Euro gezahlt.

Doch für das Jahr 2021, für das Uniper einen Gewinnrückgang auf 700 und 950 Millionen Euro erwartet, will man sich nicht festlegen. Das deutet daraufhin, dass Fortum den Düsseldorfer Konzern nicht wie bisher laufen lassen, sondern an die Kandare nehmen will. Muss Uniper mehr Geld an die Mutter ausschütten, die für die Übernahme sehr viel bezahlt hat? Muss Uniper mittelfristig gar von der Börse? Den Anlegern dürften diese Aussichten nicht gefallen.

Bei der von den USA bekämpften Nordsee-Pipeline Nord Stream 2 ist Uniper dagegen zuversichtlich. Die Verlegearbeiten seien fast abgeschlossen, sagte Schierenbeck. Er gehe davon aus, dass die Pipeline fertiggestellt und die Politik eine Lösung für den Streit finden werde. Uniper ist einer der große Finanzinvestoren und hat hier 950 Millionen Euro im Feuer.

Zuversichtlich ist man auch beim Ausbau des grünen Wasserstoffes: In Hamburg-Moorburg arbeitet das Unternehmen mit Siemens Energy, Hafen und Airbus an der Erzeugung von grünem Wasserstoff. In den Niederlanden wollen Uniper und der Hafen Rotterdam in Maasvlakte eine Wasserstoffanlage mit einer Kapazität von langfristig 500 Megawatt bauen. Doch wieder einmal wird alles überschattet vom Eigentümer-Konflikt.