Union verlangt staatliche Kryptowährung

Digitale Währung : Union verlangt staatliche Kryptowährung

Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion will sich für eine staatliche Kryptowährung einsetzen, einen sogenannten Stablecoin. „Es gibt ein Bedürfnis dafür“, sagte der Blockchain-Experte der Union, Thomas Heilmann.

Allerdings seien die Notenbanken noch skeptisch. Seit Facebook angekündigt habe, eine eigene Kryptowährung zu planen, gebe es nochmal eine neue Dynamik, ergänzte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Nadine Schön. Die Frage sei, ob man dieses Feld China oder privaten Konzernen aus den USA überlassen wolle - und was dann im Krisenfall geschehe. „Es kann nicht schaden, wenn wir ein eigenes Angebot als Staat machen“, sagte Schön.

Die Notenbanken rund um den Globus hatten zuletzt vor Risiken solcher Cyber-Devisen gewarnt. Sie halten eine weltweite Regulierung für erforderlich. Auch eher preisstabile Krypotwährungen könnten mit Gefahren für Verbraucher verbunden sein, sagte Bundesbank-Chef Jens Weidmann. „Insbesondere gibt es die Frage, wie der Wert von Stablecoins garantiert werden kann.“ Auch für die Finanzbranche drohten Gefahren. „Sie könnten das Einlagengeschäft der Banken und ihre Geschäftsmodelle untergraben.“

Stablecoins sollen weniger anfällig für Preisschwankungen sein als bestehende Cyber-Devisen wie Bitcoin. Dessen Preis war zwischen Oktober und Dezember 2017 von 4500 auf knapp 20.000 Dollar in die Höhe geschnellt, um dann bis Ende 2018 wieder auf weniger als 3300 Dollar abzustürzen. Die Stabilität von Stablecoins könnte erreicht werden, indem sie an bestehende Devisen oder einen ganzen Korb von Währungen gekoppelt werden.

Facebook will eine eigene globale Währung namens „Libra“ 2020 starten. Das Internet-Netzwerk wird jeden Tag von bis zu zwei Milliarden Menschen genutzt. Libra soll es Facebook-Nutzern ermöglichen, untereinander Geld zu versenden und Waren von Firmen zu erwerben. Branchenkenner halten es für möglich, dass Facebook das traditionelle Finanzsystem auf den Kopf stellen könnte.

(rtr)
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