Stellenabbau: Unicredit streicht Tausende Jobs – auch in Deutschland

Stellenabbau : Unicredit streicht Tausende Jobs – auch in Deutschland

(dpa) Die italienische Hypovereinsbank-Mutter Unicredit forciert ihren Sparkurs und will bis 2023 weitere 8000 Stellen streichen. Dabei wird auch Deutschland betroffen sein, wie aus den Plänen hervorgeht, die die Bank am Dienstag in Mailand vorstellte.

Der verschärfte Sparkurs kostet zunächst einmal Geld – nach Angaben der Bank 1,4 Milliarden Euro in diesem und kommenden Jahr. Davon seien 1,1 Milliarden für Italien und 300 Millionen für Deutschland und Österreich vorgesehen, hieß es. Die Bank wollte sich auf Anfrage nicht zur regionalen Verteilung des Stellenabbaus äußern. Er solle sozialverträglich und in Absprache mit den Arbeitnehmervertretungen erfolgen, hieß es. Konzernweit kam die Unicredit zuletzt auf etwa 85.000 Stellen und rund 4500 Zweigstellen.

Der seit Mitte 2016 amtierende Konzernchef Jean Pierre Mustier hatte in den vergangenen Jahren bereits in größerem Umfang Stellen gestrichen, Risiken abgebaut, das Kapital über die Ausgabe neuer Aktien gestärkt und auch Sparten verkauft. In Deutschland hatte die Bank zuletzt 12.205 Vollzeitstellen. Vor vier Jahren waren es noch rund 16.300 gewesen. Die Unicredit hatte die deutsche HVB 2005 übernommen – es war die bis dato größte Bankenfusion innerhalb Europas.

Hintergrund des jetzt verschärften Sparkurses ist, dass die Unicredit in den nächsten Jahren nur mit einem geringen Wachstum rechnet und die Kosten daher weiter drücken will. Das Kreditinstitut kämpft wie alle Banken in der Eurozone mit den niedrigen Zinsen, die vor allem auf die Marge im Geschäft vom Anlegen und Verleihen von Geld drückt.

Bis 2023 peilt die Unicredit aus dem fortgeführten Geschäft – also ohne den Einfluss von Sonderfaktoren wie Spartenverkäufen oder den Kosten für Stellenabbau – einen Gewinn von fünf Milliarden Euro an. 2018 hatte dieser Wert bei drei Milliarden Euro gelegen. Für 2019 wird ein Anstieg auf 4,7 Milliarden Euro erwartet. In einigen Bereichen liefen die Geschäfte im laufenden Jahr besonders gut, erklärte die Bank.