Duisburg: Ukraine-Krise bremst Automarkt

Duisburg : Ukraine-Krise bremst Automarkt

Wachstum schrumpft im zweiten Halbjahr laut CAR-Institut auf ein Prozent.

Angesichts mehrerer globaler Konjunkturrisiken droht sich der weltweite Automarkt in der zweiten Hälfte des laufenden Jahres einzutrüben. Wie das CAR-Institut der Universität Duisburg-Essen in einer gestern veröffentlichten Marktprognose schreibt, könnte sich das Wachstum bei den weltweiten Verkäufen von fünf Prozent (entspricht auf Jahresbasis 36,6 Millionen Pkw) im ersten auf ein Prozent im zweiten Halbjahr abschwächen. Damit würde die Zahl der verkauften Fahrzeuge im Gesamtjahr nur noch auf 36,8 Millionen Autos weiterwachsen.

Die Gründe dafür seien der Ukraine-Konflikt, die konjunkturellen Schwächen einiger europäischer Staaten wie Italien und Frankreich, schwierige Konstellationen in südamerikanischen Ländern und die Abkühlung des Konjunkturklimas in Japan, heißt es in der Studie des Instituts. Sie geht für das Gesamtjahr von gut 73 Millionen verkauften Pkw weltweit und einem Plus von etwas mehr als drei Prozent aus. Fast ein Viertel des Absatzvolumens entfalle auf China, das damit zwölf Prozent zulege. Dahinter folgen die USA mit gut 16 Millionen verkauften Pkw (plus vier Prozent). Der deutsche Markt liegt laut Prognose dank einer Erholung mit drei Millionen verkauften Wagen in diesem Jahr und einem Wachstum von etwa zwei Prozent auf Platz fünf hinter Japan und Brasilien. Für Russland sagt die Studie wegen der durch die Europäische Union verhängten Wirtschaftssanktionen im zweiten Halbjahr einen Einbruch um ein Viertel voraus. Der berühre den Weltmarkt wegen des relativ geringen russischen Anteils aber nur am Rande.

Der Weltautomarkt werde dagegen immer abhängiger von China, heißt es in der Studie. Ende dieses Jahres werde etwa jedes vierte Auto weltweit im Reich der Mitte verkauft. Allerdings steigen auch die daraus resultierenden Risiken. Erst zuletzt hatte China Hersteller zu Preissenkungen bei Ersatzteilen gezwungen. "Die Margen der Autobauer werden in China durch den Protektionismus sinken", schreibt der Leiter des Duisburger Instituts, Ferdinand Dudenhöffer, in der neuen Studie.

(dpa)