Viele Schnäppchen aktuell Tui erwartet 300.000 neue Kunden wegen FTI-Pleite

Hannover/Düsseldorf · Hoteliers rund um das Mittelmeer suchen neue Partner für freiwerdende Betten im Sommer - Kunden können profitieren. Tui will das Geschäft nun noch stärker ausbauen als sowieso geplant.

 Speziell in die Türkei können Kunden aktuell relativ günstig reisen.

Speziell in die Türkei können Kunden aktuell relativ günstig reisen.

Foto: dpa/Marijan Murat

(rky) Der Tourismuskonzern Tui erwartet diesen Sommer rund 300.000 zusätzliche Kunden aus Deutschland, weil der Wettbewerber FTI aufgeben musste. Das sagte Deutschlandchef Stefan Baumert bei einem Pressegespräch. Das wäre ein weiterer Zuwachs um rund fünf Prozent, weil Tui im Sommer rund sechs Millionen Gäste erwartet hatte – bei einem Plus von rund sieben Prozent gegenüber dem Vorjahressommer. In der Summe würde Deutschlands größter Veranstalter dann also bei den Buchungen um mehr als zehn Prozent zulegen.

Baumert sagte, gerade die Mittelmeerziele seien dieses Jahr sehr begehrt. Bei der Anreise mit dem Auto liegt Italien noch vor Deutschland und Österreich bei Tui, was daran liegt, dass Kunden Unterkünfte im deutschsprachigen Raum lieber direkt statt über den Veranstalter buchen. Bei Flugreisen in der Mittelstrecke sind die beliebtesten Tui-Ziele Mallorca, Antalya in der Türkei sowie die drei griechischen Inseln Kreta, Rhodos und Kos. Fernreisen würden aktuell sehr stark anziehen, wobei speziell die USA sehr gefragt seien. Stark setzt Tui künftig auf Ziele in Afrika wie Gabun und Senegal. Kurzfristig seien viele Schnäppchen bei Urlaubsreisen zu erwarten, weil freie Kapazitäten für Hotels und Flüge auf den Markt drängen, die eigentlich ja an FTI vergeben worden waren. „Das muss nun schnell wieder neu verkauft werden“, so Baumert. Besonders Reisen nach Ägypten, in die Türkei sowie nach Italien und Portugal werden deshalb aktuell häufig angeboten, auch Tui macht einige Sonderangebote.

Auf Dauer rechnet der Tourismusmanager aber mit keiner grundsätzlichen Veränderung des Preis­niveaus wegen der FTI-Pleite. „Es gibt kein Hotel zusätzlich auf dem Markt und keinen weiteren Jet“, sagte er. Tat­sache sei vielmehr, dass sich Tui und die Konkurrenten bemühen, bisherige FTI-Partnerfirmen und attraktive Hotels an sich zu binden.

Kunden, die im Sommer eigentlich mit FTI reisen wollten, müssen keine Anzahlung leisten. Damit gleicht Tui aus, dass sich die Rückzahlung der Anzahlungen durch den Reisesicherungsfonds hinziehen kann. Um rund 10.000 FTI-Kunden in den Zielgebieten kümmerten sich im Auftrag des Sicherungsfonds ­Reisebegleiter von Tui.