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Touristischer Luftverkehr schrumpft: Weniger Flüge ab Deutschland

Auch Corona-Sorge spielt eine Rolle : Der touristische Luftverkehr schrumpft

Der touristische Luftverkehr ab Deutschland schrumpft einer Studie zufolge in diesem Jahr. Das ergibt eine aktuelle Analyse des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt. Auch die Entwicklung der Corona-Epidemie bleibe ein Unsicherheitsfaktor.

Flüge in Urlaubsgebiete dürften um rund ein Prozent zurückgehen, während die Zahl aller Flüge um 2,5 Prozent sinkt, wie am Montag aus einer Analyse des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) hervorgeht. „Der Ferienflieger-Markt 2020 ist größtenteils von Stagnation und Schrumpfung geprägt“, sagte DLR-Experte Peter Berster. „Wegen der Coronavirus-Epidemie weisen die Flugzahlen nach China derzeit schon starke Rückgänge auf, wobei für den Sommer derzeit keine zuverlässigen Aussagen getroffen werden können“, erklärte das DLR. „Insgesamt bleibt die Verbreitung des Coronavirus ein Unsicherheitsfaktor für die Entwicklung des Flugverkehrs in diesem Sommer.“

Die Lufthansa kündigte an, Flüge zum chinesischen Festland wegen des Virus bis Ende April auszusetzen. Wegen sinkender Nachfrage dünnt die Fluggesellschaft auch den Flugplan nach Italien im März aus. Die Inlandsflüge in Deutschland werden ebenfalls zusammengestrichen.

Das DLR rechnet mit weniger Flügen in die Karibik, nach Asien und Südamerika. Gegen den Trend dürfte es aber mehr Verbindungen in die USA sowie ans Schwarze Meer und nach Griechenland geben. Im Mittelmeerraum machen die Experten eine Verschiebung der Touristenströme aus. „Während die Türkei weniger Touristen aus Deutschland empfängt, erfährt das benachbarte Griechenland ein Plus von sieben Prozent und nach Zypern nehmen die Flüge sogar um 54 Prozent zu“, so Berster. Aufkommensstärkster Zielflughafen im Tourismus-Bereich werde im Juli 2020 wieder Palma de Mallorca sein. „23 deutsche Flughäfen bieten über 3500 Mallorca-Flüge für diesen Monat an.“ Mit über 500 Angeboten liege Düsseldorf vor Frankfurt und Köln.

Während die Flughäfen Frankfurt und München 2020 stagnieren dürften, werde es wohl weniger Flüge an den Airports Düsseldorf, Berlin oder Hamburg geben. Bei der Lufthansa erwartet die DLR 2,5 Prozent weniger Flüge im Sommer 2020. Der britische Billigrivale Easyjet werde sein Angebot zum Vorjahr wohl um zehn Prozent kappen. Bei der Lufthansa-Tochter Eurowings, der irischen Ryanair und dem Ferienflieger Condor gehe man von einer Reduzierung zwischen fünf und zehn Prozent aus. TUIfly und Wizz dagegen dürften ihr Angebot um je mehr als zehn Prozent aufstocken.

Etwa die Hälfte aller Flüge treten Touristen laut DLR für eine längere Urlaubsreise an. Rund 15 Prozent entfallen auf private Kurztrips und gut 30 Prozent auf Geschäftsreisen. 90 Prozent aller Flüge aus Deutschland haben ein Ziel in Europa, 22 Prozent sind Inlandsflüge.

(c-st/Reuters)