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ThyssenKrupp: Unruhe bei Duisburger Stahlwerkern

Düsseldorf : ThyssenKrupp: Unruhe bei Duisburger Stahlwerkern

Nur wenige Tage nach der Vertragsverlängerung von ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger wächst unter den Beschäftigten der Stahlsparte die Unruhe. In einem Flugblatt der IG Metall-Vertrauensleute wird dem Management vorgeworfen, in Duisburg Anlagenteile schließen und Betriebszeiten reduzieren zu wollen. "Während die Presse die Vertragsverlängerung von Konzernchef Heinrich Hiesinger abfeiert und unter anderem die Unternehmenskultur lobt, wird bei ThyssenKrupp Steel in Duisburg deutlich, was mit dieser ,neuen Kultur' gemeint ist", hieß es. Für Mittwoch ist eine Protestkundgebung in Duisburg mit rund 3500 Teilnehmern geplant.

ThyssenKrupp wies die Vorwürfe zurück: "Es sind keine Schließungen geplant." In dem Flugblatt hieß es hingegen, ohne die in der Regel üblichen Wege einzuhalten, seien Bereichsbetriebsräte über die geplanten Maßnahmen informiert worden. Betroffen seien 170 Mitarbeiter. "Und das ist erst der Anfang", hieß es. Hiesinger und der Chef von ThyssenKrupp Steel Europe, Andreas Goss, müssten für Klarheit sorgen. "Wir wollen Antworten von Ihnen - und zwar die ganze Wahrheit."

"Wir haben große Unruhe", sagte Stahlbetriebsratschef Günter Back. Immer wieder gebe es Spekulationen über einen Verkauf oder eine Fusion. Zudem habe Hiesinger weitere Einsparungen angekündigt: "Wir wollen wissen, was da auf uns zukommt", so Back. Die Mitarbeiter seien dem Management bereits weit entgegengekommen: "Da ist nicht mehr viel zu holen."

Hiesinger will die Stahlsparte unter anderem mit Kostensenkungen auf Kurs bringen. Er hat angekündigt, in den kommenden Jahren mehr als 2000 Stellen streichen zu wollen. Die Stahlkocher stimmten einer Reduzierung der Wochenarbeitszeit auf 31 Stunden zu. Im Gegenzug soll es bis 2020 keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Die europäische Stahlsparte beschäftigt 26 000 Mitarbeiter.

(rtr)