Thyssenkrupp und IG Metall einig bei Aufzugsparte

Industriekonzern : Thyssenkrupp und IG Metall einig bei Aufzugsparte

Beide Seiten schaffen Regelungen, die bei einem Verkauf oder Börsengang den Beschäftigten Sicherheit geben sollen.

Die Gespräche zwischen Arbeitnehmervertretern und der Führung der Aufzugsparte sowie der Konzernführung von Thyssenkrupp über die Zukunft der Beschäftigten kommen voran. Thyssenkrupp Elevator gilt als Ertragsperle des finanzschwachen Konzerns. Durch einen Börsengang, Komplett- oder Teilverkauf will der Thyssenkrupp-Vorstand frisches Geld einnehmen. Die Beschäftigten fürchten, dass insbesondere beim Verkauf an einen strategischen Investor wie Kone oder Hitachi ein Stellenabbau drohen könnte.

Bereits am Mittwoch waren deshalb 2500 Beschäftigte vor die Zentrale des angeschlagenen Industriekonzerns in Essen gezogen, um ihrer Sorge und ihrer Wut Luft zu machen. Im Anschluss hatte es Gespräche zwischen Management und Arbeitnehmern gegeben, die offenbar gefruchtet haben. Wie die IG Metall am Freitag mitteilte, gebe es eine schriftliche Zusicherung für den Fall eines Börsengangs, einer Minderheits- oder Mehrheitsbeteiligung. Diese sieht vor, dass Tarifbindungen und Mitbestimmungsstrukturen fortgeführt würden. Zudem seien wesentliche Punkte „zur Absicherung der Zukunftsfähigkeit von Elevator“ fixiert worden. Konkret handelt es sich um Investitionen für Aus- und Weiterbildung, Forschung und Entwicklung, Qualifizierungsmaßnahmen und Personalentwicklung. Wie hoch diese angesetzt sind, ließ die Gewerkschaft offen.

Thyssenkrupp habe sich zudem verpflichtet, dass mit einem möglichen Erwerber – unabhängig ob Mehrheit oder Minderheit – oder bei einem Börsengang weitere Verhandlungen mit der IG Metall und dem Betriebsrat über Beschäftigungs- und Standortsicherung geführt würden. Auch soll es bis zu diesem Zeitpunkt keine weiteren Personalmaßnahmen – sprich: Stellenabbau – durchgeführt werden.

IG Metall  und Betriebsrat zeigten sich zufrieden. Es sei eine klare Absicherung erreicht worden, mit einem potenziellen Erwerber über Standort- und Beschäftigungssicherung zu verhandeln. Dabei bleibt das oberste Ziel: Es darf keine betriebsbedingten Kündigungen bei Elevator geben.

Thyssenkrupp-Chefin Martina Merz hatte angekündigt, dass eine Entscheidung über eine Elevator-Transaktion bis zum Ende des ersten Quartals erfolgen soll. Neben den strategischen Investoren gibt es noch eine Reihe von Finanzinvestoren, die ebenfalls Interesse an dem ertragreichen Geschäft haben, das im abgelaufenen Geschäftsjahr ein operatives Ergebnis von 907 Millionen Euro beisteuerte. Mit dem Verkaufserlös will Merz die Schuldenlast drücken, das Problem mit den Pensionsverpflichtungen abfedern und investieren.