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Essen: ThyssenKrupp hat die Trendwende geschafft

Essen : ThyssenKrupp hat die Trendwende geschafft

Der Konzern bekommt sein Brasilien-Stahlwerk in den Griff und verspricht eine schwarze Null.

Ein kleiner Schritt für die Aktie, ein großer Schritt für ThyssenKrupp. Obwohl der Mischkonzern nach drei Jahren mit Milliardenverlusten gestern erstmals wieder "ein ausgeglichenes bis leicht positives Nettoergebnis" versprach, legte die Aktie an der Börse nur um 0,36 Prozent auf gut 21 Euro zu. Die meisten Börsianer hatten die neuen Zahlen schon vorher eingepreist: "Das Quartalsergebnis hat keine großen Überraschungen geboten", sagte DZ-Bank-Analyst Dirk Schlamp gestern. Er empfiehlt den Titel sogar wieder zum Verkauf.

Unabhängig von der launischen Börse hatten die weltweit 160 000 Mitarbeiter des Konzerns gestern aber genug Grund zum Stolz. Dank harter Sparprogramme und dem konsequenten Verkauf ganzer Geschäftsfelder (wie etwa der Edelstahlsparte) hat ThyssenKrupp nun sieben Quartale in Folge das Konzernergebnis verbessert. Im dritten Viertel des laufenden Geschäftsjahres (April bis Juni) stand unter dem Strich ein Gewinn von 39 Millionen Euro nach einem Verlust von 395 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der operative Gewinn hat sich auf knapp 400 Millionen Euro fast verdreifacht. Der Umsatz stieg um acht Prozent auf 10,7 Milliarden Euro und der Auftragseingang um acht Prozent auf 10,2 Milliarden Euro. Auch die Schwierigkeiten in Brasilien scheint ThyssenKrupp allmählich in den Griff zu bekommen. Erstmals erwirtschaftete das neue Stahlwerk dort einen operativen Gewinn. Der Bau der neuen Anlage dort, der technisch und finanziell komplett aus dem Ruder gelaufen war, hatte die Krise bei ThyssenKrupp ausgelöst.

Auch das europäische Stahlgeschäft, dessen Herz das Werk in Duisburg ist, steigerten ihr bereinigtes Betriebsergebnis (Ebit) im dritten Quartal von 62 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 103 Millionen Euro. Nach Angaben von ThyssenKrupp litt der Bereich spürbar unter dem verheerenden Sturm in NRW.

Zuletzt hatte der Konzern für 2013/14 nur "Verbesserungen in Richtung eines ausgeglichenen Jahresergebnisses" versprochen. Jetzt ist die schwarze Null das erklärte Ziel des aktuellen Geschäftsjahres.

(RP)