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Thomas Middelhoff: 40 Millionäre sollen für ihn geradestehen

Schulden und Kredite : 40 Millionäre sollen für Thomas Middelhoff geradestehen

Dem tief gefallenen Manager Thomas Middelhoff droht neuer Ärger. Nach Medien-Informationen müssen 40 Millionäre für seine Schulden bei einem Immobilienfonds einstehen.

Middelhoff steht in diesen Tagen regelmäßig vor Gericht. Vor wenigen Tagen entging er dem drohenden Haftbefehl, nachdem Middelhoffs Managerversicherung eine Haftungsgarantie für 3,4 Millionen Euro übernommen hatte. Im Arcandor-Prozess hatte das Essener Landgericht ihn im vergangenen Jahr verurteilt, die Summe an den Insolvenzverwalter zu zahlen, weil er Bonuszahlungen zu Unrecht erhalten habe. Der Vorwurf der Untreue steht bis heute im Raum.

Als ob das noch nicht genug wäre, steht bei Middelhoffs weiterer Ärger ins Haus. Dabei geht es nach einem Bericht des "Spiegel" um Schulden bei der Sparkasse Köln-Bonn. Gemeinsam mit 40 Millionären soll Middelhoff in einen Immobilienfonds investiert haben, aus steuerlichen Gründen allerdings kreditfinanziert. Die Ratenzahlungen soll Middelhoff aber schon seit geraumer Zeit schuldig geblieben sein. Schon mehrfach sah er sich genötigt, sich gegen Pleite-Gerüchte zur Wehr zu setzen.

Das versetzt die anderen Teilhaber laut Bericht in Unruhe. Sie müssten im Zweifelsfall für die ausstehenden Beträge — angeblich drei Millionen — aufkommen. Zu den potenziellen Neu-Gläubigern Middelhoffs zählen angeblich Prominente wie unter anderem Vorwerk-Miteigentümerin Anka Kast, Bankerbe Wilhelm von Finck und die Kunstsammlerin Claudia Oetker.

Die Lage zugespitzt hat offenbar Middelhoffs ehemaliger Partner Josef Esch. Er ist laut Spiegel Geschäftsführer der betroffenen Fonds. In einem Schreiben an die Eigentümer soll er vor "Zwangsverwaltung" oder "Zwangsversteigerung" durch die Sparkasse gewarnt haben. Abzuwenden sei dieses Szenario nur, indem die anderen Teilhaber die Rückstände der Eheleute Middelhoff ausgleichen und die Raten übernehmen.

Esch, früher Middelhoffs Vermögensverwalter, liegt mit seinem ehemaligen Kunden und Partner schon seit längerer Zeit über Kreuz. Im Jahr 2012 verklagte er ihn auf die Zahlung von mehr als 2 Millionen Euro für die Nutzung einer Luxus-Yacht an der Cote d'Azur.

Middelhoff erklärte wiederum, es sei wahrscheinlich einer der größten Fehler seines Lebens gewesen, Esch als seinen Vermögensberater engagiert zu haben und klagte im Gegenzug auf Schadenersatz. Später einigten sich die Streithähne auf einen Vergleich. Laut Spiegel hat Esch allerdings bis heute keinen Cent der zugesagten Rückzahlung gesehen .

Middelhoffs Anwalt hat zu den Fragen des Magazins bis zu dessen Redaktionsschluss keine Stellung genommen.

(pst)