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Teure Rohstoffe setzen Henkel zu​

Persil-Konzern erhöht Preise : Teure Rohstoffe setzen Henkel zu

Das Ergebnis des Düsseldorfer Konzerns rutschte im Halbjahr um fast 20 Prozent ab. Allerdings gelingt es besser als erwartet, die Preise anzuheben. Der Konzern verhandelt mit dem Betriebsrat über den Abbau von Stellen.

Der Düsseldorfer Markenartikler Henkel bleibt wegen der massiv steigenden Rohstoffpreise weiter unter Druck, doch es gelingt ihm stärker als erwartet, einen Teil der höheren Einkaufspreise weiterzugeben. Das ist Hauptergebnis der Pressekonferenz zum ersten Halbjahr am Montag. „Die Umsatzentwicklung in den ersten sechs Monaten liegt in einem außerordentlich schwierigen Umfeld über den bisherigen Erwartungen für das Gesamtjahr“, sagte Vorstandschef Carsten Knobel.

Tatsächlich erhöhte sich der Umsatz im ersten Halbjahr um zehn Prozent, obwohl laut Knobel die verkaufte Stückzahl praktisch gleichblieb. Im Gesamtjahr rechnet Henkel nun mit einem Plus beim Umsatz zwischen 4,5 und 6,5 Prozent. Bisher war nur ein Zuwachs von maximal 5,5 Prozent vorhergesagt worden. Vorrangig wegen dieser neuen Prognose stieg die Aktie um knapp ein Prozent. „Das ist ein Lichtblick, gerade die Klebstoffsparte bringt gute Nachrichten“, sagt Jella Benner-Heinacher von der Aktionärsvereinigung DSW. Allerdings war das operative Ergebnis um 18,5 Prozent abgerutscht, im Gesamtjahr soll die operative Rendite mit maximal elf Prozent erheblich unter den Vorjahren bleiben. Denn die Ausgaben für Rohstoffe werden im gesamten Jahr um rund 20 Prozent beziehungsweise zwei Milliarden Euro steigen, so die Erwartung des Vorstandes.

Dabei legte das Klebstoffgeschäft um 12,2 Prozent im ersten Halbjahr zu. Grund ist, dass die vielen industriellen Kunden praktisch automatische Preisanpassungen akzeptieren. Der Bereich Beauty Care (Haarpflege) rund um die Marken Schwarzkopf stagnierte mit einem Plus von 0,4 Prozent, weil eine Reihe notleidender Marken eingestellt oder verkauft werden. Nur das Friseurgeschäft legte um mehr als zehn Prozent zu, wahrscheinlich weil das Abflauen der Corona-Krise die Lust an einem Friseurbesuch wieder etwas erhöht hat.

Deutlich höhere Preise setzt Henkel dagegen bei Wasch- und Reinigungsmitteln durch – um 7,4 Prozent ging der Spartenumsatz insgesamt hoch, um mehr als zehn Prozent ging es sogar bei reinen Waschmitteln nach oben, Persil und Pril ziehen also bei den Preisen deutlich hoch.

Knobel sagte, bei der Zusammenführung der zwei Sparten Haarpflege und Waschmittel habe man nun die ersten vier Führungsebenen der künftigen neuen Sparte Konsumgüter ernannt. Mit dem Betriebsrat habe der Vorstand Gespräche über den geplanten Abbau von 300 Stellen in Deutschland begonnen. Weltweit sollen 2000 Jobs wegfallen.

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Weil Henkel sich wegen des Überfalls auf die Ukraine aus Russland und Belarus zurückzieht, wurde eine Sonderabschreibung in Höhe von 200 Millionen Euro auf den Wert der dortigen Aktivitäten fällig. Knobel will bis Ende des Jahres entscheiden, was aus den Werken in Russland und Belarus wird, es gäbe ein reges Käuferinteresse, sagte er. Manche Produktionen werden aber auch eingestellt, falls sie eventuell dem russischen Kriegsapparat nützen könnten.