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Berlin: Teure Lebensmittel steigern Inflation

Berlin : Teure Lebensmittel steigern Inflation

Auch hohe Preise für Lottospiele hoben die Rate im Mai – allerdings nur leicht.

Der Eisbergsalat ist schuld an der deutschen Inflationsrate – zumindest der Statistik nach. Der Preis für das Gemüse stieg im Mai im Vergleich zum Vorjahr um 62 Prozent und bestätigte damit, was die Forscher des Statistischen Bundesamts vermuten: Immer häufiger bestimmen die Preise für Nahrungsmittel die Teuerungsrate in Deutschland. Im Mai ist die Inflationsrate auf 1,5 Prozent gestiegen. Im April lag sie noch bei 1,2 Prozent, und damit auf dem niedrigsten Stand seit September 2010.

Neben den Preisen für Gemüse, Obst, Speiseöle und Milch, die im Mai im Vergleich zum Vorjahr um 5,4 Prozent kletterten, trieben auch die Preise für Glücksspiel die Rate nach oben. Weil Lotto-Spieler vor allem für das Lotto "6 aus 49" höhere Einsätze zahlen müssen, waren Glücksspiele im Mai mehr als 21 Prozent teurer als noch vor einem Jahr. Auch wenn der Preisauftrieb leicht zunahm: Nach Definition der Europäischen Zentralbank sind die Preise in Deutschland nach wie vor stabil, da die Inflation unter der Marke von zwei Prozent liegt.

Weniger bedeutend für die Entwicklung der Inflation sind offenbar die Energiepreise. Im Mai war Energie um 1,6 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Dabei stiegen die Preise für die meisten Haushaltsenergieprodukte. So kostete Strom 12,4 Prozent mehr als im Mai des Vorjahres. Hingegen kamen Autofahrer im Mai günstiger an Benzin und Diesel als vor einem Jahr: Die Preise für Kraftstoffe sanken um 3,7 Prozent. Leichtes Heizöl verbilligte sich um 5,9 Prozent.

Inflationsmindernd wirkt im Jahresvergleich hingegen nach wie vor, dass die Praxisgebühr zu Anfang des Jahres wegfiel. Ambulante Gesundheitsdienstleistungen verbilligten sich um gut zwölf Prozent, ärztliche Dienstleistungen sogar um mehr als 19 Prozent. Auch für technische Geräte wie Notebooks, Digitalkameras und Fernseher zahlten Verbraucher im Mai dieses Jahres zehn bis 14 Prozent weniger als im Jahr zuvor.

Die meisten Ökonomen gehen für das laufende Jahr nur von einer mäßigen Inflation aus. "Der Preisanstieg wird gering bleiben", erklärte das Hamburger HWWI-Institut und schätzt den Jahresschnitt auf 1,4 Prozent. "Der zugrundeliegende Trend bleibt moderat", vermutet auch Analyst Stephan Rieke von der BHF-Bank.

(RP)