Tausende Lehrer sind in den Sommerferien arbeitslos

Regierung bestätigt langjährigen Trend: Tausende Lehrer in Ferien arbeitslos

Pünktlich zu Beginn der Sommerferien steigt die Zahl arbeitsloser Lehrer in Deutschland sprunghaft an. Das hat die Bundesregierung in einer Antwort auf eine Anfrage der Linken bestätigt.

Danach wurde im vergangenen August ein Anstieg von 6104 auf 11.144 arbeitslose Lehrer registriert, danach wieder ein Absinken auf 6045 im Oktober. Aus den Statistiken des Arbeitsministeriums geht hervor, dass dieser Trend seit 2007 unverändert ist.

Linken-Fraktionsvize Klaus Ernst nennt es eine "Riesensauerei, dass viele Lehrerinnen und Lehrer in den Sommerferien Arbeitslosengeld beziehen müssen". Es sei "unerträglich, dass einige Bundesländer ihre Haushalte auf Kosten von nicht-verbeamteten Lehrkräften entlasten". Tausenden werde jedes Jahr eine feste Anstellung vorenthalten, nur um für ein paar Wochen Gehälter zu sparen.

Der Befund fällt regional unterschiedlich aus. In Rheinland-Pfalz stieg die Zahl arbeitsloser Lehrer im vergangenen August von 223 auf 1011, auch in Nordrhein-Westfalen gab es nach dem Anstieg auf 1996 arbeitslose Lehrer wieder ein Absinken auf 1425. Die Spitzenwerte verlagern sich vom August auf den Juli, wenn in den einzelnen Ländern die Ferien früher beginnen.

  • Kommentar : Schlechtes Zeugnis

Das NRW-Schulministerium hält diesen Befund für "kein Thema mehr". Schon die Vorgängerregierung habe die Regelung so geändert, dass befristet eingestellte Aushilfskräfte einschließlich der Sommerferien beschäftigt werden sollen, wenn sie vor dem 1. Februar ihren Dienst antreten.

Für später startende Arbeitsverträge gelte dies, wenn sich eine Anschlussverwendung abzeichne. Gleichwohl steigt die Arbeitslosigkeit nach wie vor auch in NRW während der Sommerferien um mehrere Hundert Lehrer über den Durchschnitt.

(may-/qua)