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Stromtrassen: Horst Seehofer gewinnt Zeit

Berlin : Stromtrassen: Seehofer gewinnt Zeit

Planungen für neue Leitungen werden bis Anfang 2015 nochmals überprüft.

Im Streit um zwei geplante Haupt-Stromtrassen der Energiewende werden die Planungen nochmals überprüft, eine endgültige Entscheidung soll nun bis Anfang 2015 fallen. "Die bayerische Staatsregierung hat uns gesagt, dass sie bis Januar 2015 mit ihrem Dialogprozess fertig sein will", sagte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) gestern nach einem Treffen mit Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer und Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (beide CSU) in Berlin. Parallel zu dieser Konsultation der Bürger würden derzeit die Planungen überprüft, ob alle Trassen im geplanten Umfang notwendig sind. Seehofer hat Bedenken gegen den 800 Kilometer langen "SuedLink" von Nord nach Süd und gegen eine Süd-Ost-Trasse.

Die Berliner Koalitionspartner wollen Bayern jedoch keine Sonderrolle einräumen. Der Freistaat könne seine Autarkiebestrebungen nicht auf Kosten aller Stromverbraucher fortsetzen, hieß es in Koalitionskreisen. Seehofer hatte erklärt, er wolle die Stromtrassen durch neue Gaskraftwerke in Bayern ersetzen. Derzeit gibt es jedoch bereits Überkapazitäten am Strommarkt. Gaskraftwerke können wegen des niedrigen Börsenstrompreises zudem kaum rentabel betrieben werden. Alle geplanten Stromtrassen müssten weiterhin gebaut werden, hieß es in den Kreisen. Sie waren im Grundsatz von Bund und Ländern bereits 2013 beschlossen worden, also auch von Bayern. Die Grünen warfen Seehofer vor, die Energiewende zu sabotieren. "Gabriel muss diesem Irrweg von Seehofer endlich ein Ende bereiten", sagte Fraktionsvize Oliver Krischer. Er bezog dies auf die Blockade des "SuedLink"-Projektes. Die 800 Kilometer lange "Hauptschlagader" der Energiewende soll Windstrom von der Küste in den Süden bringen.

(mar/dpa)