Bonn: Stromnetzbetreiber Tennet immer stärker unter Druck

Bonn: Stromnetzbetreiber Tennet immer stärker unter Druck

Der niederländische Stromnetzbetreiber Tennet gerät stärker in Bedrängnis: Das Energieunternehmen British Wind Energy (BWE) hat wegen eines fehlenden Anschlusses für den Nordsee-Windpark "Deutsche Bucht" Antrag auf ein Missbrauchsverfahren gegen Tennet gestellt. Die Firma begründete den Antrag damit, dass Tennet die Errichtung der Leitungen für eine Umspannstation und die Anbindung zum Park auf unbestimmte Zeit verschoben habe. Die zuständige Bundesnetzagentur bestätigte, das Verfahren eingeleitet zu haben. Die Anhörung ist für den 12. September angesetzt.

Eine mögliche Lösung sieht BWE-Chef Willi Balz: "Es gibt unweit von unserem Windpark einen anderen Standort, an dem Tennet bereits Leitungen gelegt hat. Ideal wäre, wenn wir eine Stichleitung zu den vorhandenen Leitungen legen könnten, um pünktlich 2015 ans Netz gehen zu können."

Tennet, das 2010 das Eon-Netz übernommen hatte, steht seit Monaten wegen Problemen beim Anschluss der Nordsee-Windparks massiv in der Kritik. Auch RWE Innogy fürchtet wegen Verzögerungen im Leitungsbau Verluste von dreistelligen Millionenbeträgen. Dem Vernehmen nach macht der Netzbetreiber Tennet seinen Vorlieferanten Siemens dafür verantwortlich, dass der RWE-Windpark vor Helgoland noch nicht ans Festland angeschlossen werden konnte. Insgesamt fehlen Tennet bis zu 15 Milliarden Euro an Kapital. Das Unternehmen will aber bisher nicht die Verantwortung für die Netzanschlüsse abgeben.

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) will die Probleme Ende der Woche bei einem Besuch in den Niederlanden ansprechen.

(RP)
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