Düsseldorf: Streiks bei Lufthansa rücken näher

Düsseldorf : Streiks bei Lufthansa rücken näher

Die Schlichtung zwischen beiden Parteien ist ohne Resultat beendet.

Schlechte Nachrichten für die Kunden der Lufthansa: Das ersehnte Ende des Tarifkonflikts zwischen den Piloten und Deutschlands größter Airline ist gestern wieder ein Stück in die Ferne gerückt. Die Verhandlungen seien ergebnislos zu Ende gegangen, sagte ein Sprecher der Vereinigung Cockpit (VC). Gunter Pleuger, ehemaliger Diplomat bei den Vereinten Nationen, hatte vergeblich versucht, im Gespräch mit beiden Seiten ein Ergebnis zu erzielen.

Noch besteht eine geringe Chance, dass die Kunden um Streiks herumkommen. Pleuger hat nun bis zum 10. Februar Zeit, um eine Abschlussempfehlung zu geben. Beide Seiten können dann innerhalb weniger Tage entscheiden, ob sie die Empfehlung annehmen oder die Schlichtung endgültig für gescheitert erklärt wird. Tritt Letzteres ein, sind Pilotenstreiks bei der Lufthansa programmiert.

Die Gesprächsatmosphäre hatte sich in den vergangenen Tagen noch einmal deutlich verschlechtert, weil mit Harry Hohmeister, als Lufthansa-Vorstandsmitglied für die Hub-Airlines verantwortlich, ein ranghoher Konzernmanager den Piloten gedroht hatte. Sollte die Schlichtung einen zu hohen Tarifabschluss ergeben, müsse man darüber nachdenken, anstehende Investitionen nicht mehr in die Lufthansa-Kerngesellschaft zu lenken. Neue Flugzeuge könnten unter Umständen künftig nicht mehr in ein System kommen, das seine Wettbewerbsfähigkeit verloren habe und nicht reformfähig sei, so der frühere Swiss-Chef.

"Die zweifelhaften Äußerungen von Herrn Hohmeister kann man nur als ungeschickte Kommunikation zu einem ungeschickten Zeitpunkt bezeichnen", sagte der VC-Sprecher unserer Redaktion.

In dem Streit geht es um höhere Löhne für diejenigen Piloten, die noch nach dem großzügig dotierten Konzerntarifvertrag entlohnt werden. Der Konzern hatte zuletzt eine Einmalzahlung und 4,4 Prozent mehr Lohn angeboten. Aufgrund der Nullrunden der vergangenen Jahre verlangt die Gewerkschaft allerdings Gehaltssteigerungen um mehr als 20 Prozent.

(maxi)
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