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Düsseldorf: Streik – die Rechte der Passagiere

Düsseldorf : Streik – die Rechte der Passagiere

Heute beginnt das Kabinenpersonal der Lufthansa mit dem Arbeitskampf. Wie gelangen Passagiere schnell an Informationen? Was gilt für Flüge, die von Lufthansa-Töchtern ausgeführt werden? Was passiert bei einer Annullierung? Die wichtigsten Fragen im Überblick.

Die Unabhängige Flugbegleiter-Organisation (Ufo) hat für heute Streiks angekündigt. Nachfolgend die wichtigsten Fragen rund um den Arbeitskampf:

An welchen Standorten wird gestreikt?

Die Flugbegleiter der Lufthansa beginnen ihren Streik an diesem Freitag in Frankfurt. Er soll von 5 Uhr bis 13 Uhr dauern. Gestreikt wird am Freitag ausschließlich auf dem Airport in Frankfurt. Wie es danach weitergeht, ist offen.

Sind Interkontinental-Flüge betroffen?

Nach Angaben von Ufo-Sprecher Alexander Behrens sollen vom Streik sowohl Kurz- als auch Langstreckenflüge betroffen sein. Die Lufthansa teilte mit, sie wolle einen möglichst großen Teil ihres Flugplans fliegen, Vorrang hätten dabei die Interkontinentalverbindungen.

Was gilt für Flüge, die zwar eine Lufthansa-Flugnummer tragen, aber von einer Partner-Airline ausgeführt werden?

Flüge, die von einer Lufthansa-Tochter wie Eurowings oder Germanwings sowie von einem Star-Alliance-Partner übernommen werden, sind nicht vom Streik betroffen. Es geht ausschließlich um reine Lufthansa-Maschinen.

Könnte die Lufthansa ohne Kabinenpersonal fliegen?

Nein. Das ist allein schon aus Sicherheitsgründen nicht möglich.

Wie viele der Lufthansa-Beschäftigten könnten überhaupt streiken?

Die Lufthansa beschäftigt rund 18 000 Stewardessen und Stewards. Zwar schweigt sich die Ufo über deren Organisationsgrad aus, allerdings gehen Gewerkschaftsexperten davon aus, dass zwei Drittel des Kabinenpersonals organisiert sind.

Wo erhalte ich Informationen zu meinem Flug?

Im Internet (www.lufthansa.com) unter der Rubrik "aktuelle Fluginformationen" oder über die Hotline 01805 805805 (14 Cent pro Minute aus dem Festnetz, maximal 42 Cent pro Minute aus dem Mobilfunknetz). Kunden, die bei der Buchung E-Mail-Adresse oder Handynummer angegeben haben, sollen zudem über Änderungen per E-Mail oder SMS informiert werden.

Welche Rechtsansprüche gibt es bei Verspätungen?

Flugreisende haben bei Verzögerungen auf Kurzstrecken von bis zu 1500 Kilometern nach zwei Stunden Anspruch auf Betreuungsleistungen – also etwa auf Verpflegung und einen Zugang zu E-Mails oder Telefon. Gleiches gilt bei Mittelstrecken bis zu 3500 Kilometern ab drei Stunden und bei Langstrecken ab vier Stunden Wartezeit. Wer fünf Stunden warten muss und deshalb die Reise nicht mehr antreten will, kann stornieren. Anders sieht es aus bei Reisen, die bei einem Reiseveranstalter gebucht wurden. Dort kann der Kunde ab einer Verspätung von fünf Stunden von dem Anbieter einen Ersatzflug verlangen. Schafft der Veranstalter es nicht, diesen in einer angemessenen Frist zur Verfügung zu stellen, darf der Kunde die Anreise selbst organisieren und die Kosten dem Veranstalter in Rechnung stellen oder den Preis nach der Rückkehr mindern.

Was passiert bei einer Annullierung des Fluges?

Passagiere, deren Flüge gestrichen werden, können diese der Lufthansa zufolge kostenfrei umbuchen oder stornieren. Innerdeutsch Reisende können zudem auf die Züge der Bahn ausweichen. Die Bahn-Gutscheine dafür erhalten sie entweder im Internet (www.lufthansa.com) oder an einem Check-in-Automaten am Flughafen.

Gibt es einen Anspruch auf Ausgleichszahlung?

Nein. Zwar steht Kunden grundsätzlich eine Zahlung von 600 Euro zu. Allerdings hat das Bundesverfassungsgericht jüngst entschieden, dass es sich bei einem Streik für die Fluggesellschaft um höhere Gewalt handelt. Ausgleichszahlungen sind deshalb nicht vorgesehen (Az.: X ZR 146/11).

(RP)