Berlin: Stimmung der Verbraucher steigt trotz Krise

Berlin : Stimmung der Verbraucher steigt trotz Krise

Trotz wachsender Furcht vor einem Abschwung steigt die Kauflaune der Deutschen. Die Verbraucher rechnen mit steigenden Einkommen und wollen mehr Geld für teure Anschaffungen ausgeben. Das Konsumklima-Barometer für Juli kletterte überraschend von 5,7 auf 5,8 Punkte, wie die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) mitteilte. Experten hatten einen Rückgang erwartet.

Das Barometer für die Konjunkturerwartungen brach allerdings um 16,6 auf 3,0 Punkte ein. "Die Turbulenzen im Euro-Raum haben dem Konjunkturoptimismus der Verbraucher einen deutlichen Dämpfer gegeben", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. "Bislang sehen die Bundesbürger jedoch die Gefahren aus dem Ausland offenbar ausschließlich für die Konjunktur generell und weniger für ihre persönliche Situation." Angesichts spürbarer Tariferhöhungen und sinkender Arbeitslosigkeit rechnen viele Deutsche mit steigenden Einkommen. "Hinzu kommt, dass der Inflationsdruck zuletzt nachgelassen hat", sagte Bürkl. Das stärke die Kaufkraft der Konsumenten.

Die Teuerungsrate war im Mai erstmals seit anderthalb Jahren unter die Marke von zwei Prozent gefallen, bis zu der die Europäische Zentralbank von stabilen Preisen spricht. Der Grund: Wegen der weltweiten Konjunkturabkühlung sind die Ölpreise kräftig gefallen, was Tanken und Heizen spürbar verbilligt. Das Barometer für die Einkommenserwartung legte deshalb um 8,1 auf 40,1 Zähler zu. Auch die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen wuchs. "Trotz gestiegener Konjunkturängste ist das Umfeld für die Konsumneigung nach wie vor günstig", sagte Bürkl. Die gute Beschäftigungslage sorge für "weniger Angst vor Jobverlust und damit Planungssicherheit, was gerade für größere Anschaffungen eine wichtige Rolle spielt". Durch das fehlende Vertrauen in die Finanzmärkte und historisch niedrige Zinsen hielten es viele Konsumenten auch nicht für attraktiv, ihr Geld auf die hohe Kante zu legen. Sie geben es lieber aus.

(RP)
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