Stiftung Warentest: Viele Fahrradschlösser lassen sich leicht aufbrechen

Test von Stiftung Warentest : Viele Fahrrad-Schlösser lassen sich leicht aufbrechen

Stiftung Warentest testete 20 verschiedene Fahrrad-Schlöser. Nur fünf erhielten die Note „gut“, vier die Note „mangelhaft“.

Laut ADAC fahren 76 Prozent der Deutschen Fahrrad. Zum Schutz kaufen sich die meisten ein Fahrradschloss. Deshalb testete Stiftung Warentest in der test-Ausgabe 5/19 jetzt 20 Fahrradschlösser, darunter acht Bügel-, sieben Falt- und fünf Kettenschlösser auf Aufbruchssicherheit, Handhabung, Haltbarkeit und Schadstoffe. Alle versprachen hohe Sicherheit. Unter anderem versuchten drei Tester, innerhalb von drei Minuten – etwa so viel Zeit nehmen sich Profi-Knacker laut der Polizei – mit Bolzenschneidern, Sägen und auch Zangen die Schlösser aufzubrechen. Das Ergebnis: Jedes vierte getestete Schloss hielt dem Druck nicht lange stand.

Testsieger Nur fünf Schlösser schnitten mit der Gesamtnote „gut“ ab. Das beste Urteil erhielt das Modell Abus Granit Xplus, ein Bügelschloss, das mit der Note „gut“ (1,6, Preis: 93 Euro) abschloss. Es war das einzige Bügelschloss, das auch mit einer guten Halterung am Rad punktete. Zu überzeugen wusste auch das Bügelschloss von Decathlon (Modell B´Twin 940, Preis: 36 euro) mit der Gesamtnote 2,0. Bei den Faltschlössern erhielt lediglich das Modell Abus Bordo Granit Xplus eine gute Beurteilung (Note 1,9, Preis: 128 Euro). Die Kettenschlösser Abus CityChain 1010 (122 Euro) und Kryptonite Kryptolok 990 (50 Euro) schnitten ebenfalls gut ab (beide Note 2,0).

Testverlierer Vier Modelle wurden als mangelhaft eingestuft. Am schlechtesten wurde das Bügelschloss Contect Powerloc bewertet (Note 5,5, Preis: 18 Euro). Es überzeugte zwar in puncto Aufbruchsicherheit und Haltbarkeit, enthält aber die vermutlich krebserregende Chemikalie Naphtalin, und zwar mehr als das GS-Zeichen für „Geprüfte Sicherheit“ zulässt. Ebenfalls die Note „mangelhaft“ erhielten das Faltschloss Luma Carpenter (5,3) und die Kettenschlösser Abus Tresor (5,0) und XLC Dr. Marbuse (4,3).

Tipps Stiftung Warentest empfiehlt, das Schloss an stabilen Gegenständen hoch anzuketten. Diebe hätten so weniger Deckung beim Aufknacken. Optimal sei es zudem, sein Fahrrad mit zwei unterschiedlichen Schlossarten abzuschließen.

(mls/ate)
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