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Razzia gegen deutsche Kunden der Credit Suisse: Steuerfahnder spricht von Geldwäsche

Razzia gegen deutsche Kunden der Credit Suisse : Steuerfahnder spricht von Geldwäsche

Der Chef der deutschen Steuer-Gewerkschaft, Thomas Eigenthaler, hat mit Blick auf den aktuellen Steuer-Skandal harte Kritik an der Credit Suisse geübt. Die Bank habe, wenn die Vorwürfe stimmen, mit ihren Produkten die Geldwäsche gefördert. Der Finanzminister von NRW kündigte indes an, weiter hart gegen Steuersünder vorgehen zu wollen.

"Wenn Schwarzgeld-Konten in einer Scheinversicherung versteckt werden, ist das nicht nur Steuerhinterziehung. Mit dem Angebot solcher Produkte hat die Credit Suisse auch die Geldwäsche gefördert", sagte Eigenthaler unserer Redaktion.

Deutsche Steuerfahnder haben bei den deutschen Kunden der Schweizer Großbank bundesweit Hausdurchsuchungen vorgenommen. Die Credit Suisse soll ihnen so genannte Scheinversicherungen angeboten haben, wobei die Geldanlage statt auf normale Sparkonten über den Umweg einer Credit-Suisse-Tochter in der Steueroase Bermuda in Versicherungen eingezahlt werden.

Der nordrhein-westfälische Finanzminister Norbert Walter-Borjans will indes weiter gegen Steuersünder vorgehen. Der Minister bestätigte am Mittwoch auch auf Nachfrage zwar nicht, dass Steuerfahnder wieder Kunden der Schweizer Großbank Credit Suisse ins Visier genommen haben, äußerte sich aber anlässlich der Berichterstattung über Durchsuchungen.

Die Ereignisse zeigten, dass eine entschlossene Steuerfahndung für das Gemeinwesen unverzichtbar sei, so lange es "scheunentor-große Schlupflöcher für Steuerhinterzieher" gebe. "Unsere Steuerfahnder müssen ungehindert ihrer Arbeit nachgehen können, nämlich kriminelle Hinterzieher aufzuspüren." Ein Sprecher von Credit Suisse hatte bestätigt, dass Steuerfahnder gegen Kunden in Deutschland ermitteln. Dem "Handelsblatt" zufolge wurden dabei auch Wohnungen durchsucht.

Der nordrhein-westfälische Finanzminister betonte, dass kein Steuerabkommen die Arbeit der Fahnder behindern dürfe. "Schweizer Banken wollen mit dem noch ausstehenden Steuerabkommen ihren beunruhigten Kunden wieder einen sicheren Hafen versprechen.

Wir werden jedoch alles dafür tun, dass Schwarzgeldbesitzer nicht ruhig schlafen können", fügte er hinzu. Die Klientel dürfe sich nicht in Sicherheit wiegen.

(csi)