Energiekosten: Steigende Strompreise treffen Privathaushalte am härtesten

Energiekosten: Steigende Strompreise treffen Privathaushalte am härtesten

Die gestiegenen Strompreise treffen private Nutzer deutlich stärker als die Industrie. Versorger würden Preissenkungen nicht immer an Privatkunden weiterleiten, zudem müssen sie die volle Ökostrom-Umlage zahlen.

Die Preise für private Stromkunden sind seit Sommer 2008 um 38 Prozent gestiegen, für die Industrie dagegen lediglich um 13 bis 15 Prozent. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung unter Berufung auf ihr vorliegende Antworten der Bundesregierung an die Grünen-Fraktion. Energieintensiv produzierende Unternehmen konnten demnach ihre Strombezugskosten sogar um ein Prozent senken, wie es weiter heißt. Die Bundesregierung stütze sich auf Angaben des Statistischen Bundesamtes.

Die Industrie profitiere davon, dass sie nur zum Teil zur Förderung der Erneuerbaren Energien herangezogen werde und davon, dass der Börsenpreis für Strom sich seit 2008 nahezu halbiert habe, erklärten die Grünen dem Bericht zufolge. Die privaten Haushalte seien die Hauptleidtragenden, weil sie die volle Ökostrom-Umlage bezahlen müssten. Sie profitierten vom niedrigen Börsenpreis kaum, weil die Versorger die Preissenkungen nur zum Teil weiterreichten.

Die Großhandelspreise seien seit 2008 um rund 5 Cent je Kilowattstunde gefallen. Gleichzeitig sei die Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) um 5 Cent gestiegen, sagte die Vorsitzende des Bundestagsumweltausschusses, Bärbel Höhn (Grüne) der "FAZ". Bei den Privathaushalten sei nur der preissteigernde Faktor angekommen. "Hier kann man den Verbrauchern nur raten, stärker die Preise der unterschiedlichen Anbieter zu vergleichen."

Sinkende Strompreise ab 2015?

Am Dienstag hatte das "Manager Magazin" berichtet, dass die Strompreise möglicherweise im kommenden Jahr erstmals seit Beginn der Energiewende sinken könnten. Unter Berufung auf Energieexperten hieß es, die Verbraucher könnten 2015 von den stark gesunkenen Börsenpreisen für Elektrizität profitieren. Das Berliner Öko-Institut rechne mit einem Strompreisrückgang von drei Prozent.

Ende vergangener Woche war bereits bekannt geworden, dass die Ökostrom-Umlage im nächsten Jahr erstmals sinken könnte. Die EEG-Umlage wird seit dem Jahr 2000 zur Förderung von Ökostrom-Anlagen erhoben und stieg seit Einführung von 0,19 Cent je Kilowattstunde auf mittlerweile 6,24 Cent. Ende August wies das Ökostromkonto der vier Übertragungsnetzbetreiber jedoch einen Überschuss von 1,506 Milliarden Euro aus. Im August vergangenen Jahres hatte dort noch ein Defizit von 2,288 Milliarden Euro gestanden.

(DEU)
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