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Statistik​: Zahl der Erwerbstätigen übertrifft erstmals Vorkrisenniveau​

Statistik : Zahl der Erwerbstätigen übertrifft erstmals Vorkrisenniveau

Im ersten Quartal 2022 waren rund 45,1 Millionen Personen mit Arbeitsort in Deutschland erwerbstätig. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes stieg die Erwerbstätigenzahl damit im Vergleich zum Vorjahr deutlich um 217 000 Personen – und erreicht damit das Vor-Pandemieniveau.

Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland hat im ersten Quartal 2022 erstmals das Niveau vor der Pandemie erreicht. Zwischen Januar und März waren rund 45,1 Millionen Personen mit Arbeitsort in Deutschland erwerbstätig, 217.000 (+0,5 Prozent) mehr als im vierten Quartal 2021, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Mittwoch auf Basis von vorläufigen Berechnungen mitteilte. Im Vergleich zum vierten Quartal 2019, dem letzten Quartal vor Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland, stieg die Zahl der Erwerbstätigen im ersten Quartal 2022 saisonbereinigt um 0,1 Prozent oder 43.000 Personen, hieß es.

Ohne Saisonbereinigung ging die Zahl der Erwerbstätigen gegenüber dem 4. Quartal 2021 zwar um 253.000 Menschen (-0,6 %) zurück; 2022 fiel dieser saisonal übliche Rückgang zu Jahresbeginn jedoch merklich schwächer aus als im Schnitt der drei Vorkrisenjahre 2017 bis 2019 (-338.000 Personen; -0,8 %), so die Statistiker. Gegenüber dem ersten Quartal 2021 stieg die Zahl der Erwerbstätigen um 687.000 Personen (+1,5 %). Im ersten Quartal 2021 war die Erwerbstätigkeit gegenüber dem Vorjahr noch um 1,5 % gesunken.

Die positive Entwicklung seit dem zweiten Quartal 2021 lässt sich laut den Statistikern zwar immer noch teils auf den Einbruch der Erwerbstätigenzahl 2020 zurückführen, als die Pandemie-Maßnahmen sich negativ auf den Arbeitsmarkt auswirkten. Über diesen Basiseffekt hinaus sei aber seit Sommer 2021 ein deutlicher Aufwärtstrend zu erkennen. Noch stärker als im aktuellen Frühjahr war die Erwerbstätigkeit im Vorjahresvergleich zuletzt im zweiten Quartal 2007 gestiegen, und zwar um 700.000 Menschen (+1,8 %). Dieser Anstieg wurde damals den sogenannten Hartz-Reformen zugeschrieben, wie es hieß.

Destatis weist darauf hin, dass sowohl die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie wie auch der Zustrom von Geflüchteten aus der Ukraine seit März zu einer erhöhten Unsicherheit bei der Schätzung der Erwerbstätigenzahlen führen. Die massiv gestiegene und mittlerweile wieder gesunkene Kurzarbeit wirke sich dabei allerdings nicht auf die Zahlen aus, da Kurzarbeitende nach den Konzepten der Erwerbstätigenrechnung demnach unverändert als Erwerbstätige zählen.

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Zu dem Anstieg im ersten Quartal 2022 trugen überwiegend die Dienstleistungsbereiche (+650.000 Personen; +2,0 %) bei. Im Produzierenden Gewerbe stieg die Erwerbstätigenzahl erstmals seit dem dritten Quartal 2019 wieder um 14.000 Personen (+0,2 %), im Baugewerbe wurde ein Beschäftigtenplus von plus 30.000 Menschen (+1,2 %) registriert.

(dni/kna)