Salzgitter: Stahlkrise: Salzgitter baut 1500 Stellen ab

Salzgitter : Stahlkrise: Salzgitter baut 1500 Stellen ab

Jetzt reagiert auch der zweitgrößte deutsche Stahlkonzern auf die Branchenkrise: Die Salzgitter AG kündigte den Abbau von mindestens 1500 der 23 000 Jobs an. Wann und wo genau, sei noch den Verhandlungen mit den Arbeitnehmern vorbehalten. Mit dem Betriebsrat und der IG Metall sei aber bereits ein entsprechender Rahmenvertrag vereinbart worden, der in Kürze unterzeichnet werden soll.

Auch der deutsche Branchenprimus ThyssenKrupp reagiert mit dem Abbau von 2000 Stellen im europäischen Stahlgeschäft auf die Krise, die zum Teil auf eine konjunkturbedingt eingebrochene Nachfrage und zum Teil auf die Branche selbst zurückzuführen ist: Die EU-Kommission schätzt die Überkapazitäten auf dem europäischen Stahlmarkt auf 20 bis 25 Prozent.

"Betriebsräte und IG Metall können und wollen die durch den Vorstand genannten Zahlen weder bestätigen noch akzeptieren", widersprach IG-Metall-Vorstand und Salzgitter-Aufsichtsrat Hans-Jürgen Urban der Darstellung von Salzgitter hinsichtlich einer grundsätzlichen Einigung mit den Arbeitnehmern über den Abbau. Weil Salzgitter stark im Baustahl-Geschäft engagiert ist, leidet der Konzern unter der Immobilienkrise in Spanien. Die Nachfrage nach Baustahl ist dort weggebrochen, weshalb viele Anbieter laut Salzgitter mit Dumpingpreisen versuchen, ihre Produkte abzusetzen. Salzgitter musste vor wenigen Tagen schon zum zweiten Mal in diesem Jahr seine Ergebnisprognose korrigieren und rechnet für 2013 mit einem Vorsteuerverlust von 400 Millionen Euro.

(tor)