Spiele-Industrie setzt auf Online-Angebote

Spiele-Industrie setzt auf Online-Angebote

Köln (kh) Computer- und Videospiele gewinnen immer mehr Anhänger. Allein in Deutschland sind es mittlerweile 23 Millionen, also jeder Dritte über zehn Jahre. Entsprechend erwartet die Spieleindustrie weiteres Wachstum, zumal die Branche mit Innovationen lockt. Auf der Gamescom 2011 in Köln präsentieren rund 550 Aussteller aus 40 Ländern von Mittwoch bis Sonntag "so viele Neuheiten wie nie zuvor", erklärte Messechef Gerald Böse. Zu den beliebtesten zählen Sport-, Gesangs- und Bewegungs- sowie Simulatoren, Strategie- und Rennspiele bis hin zu Action und Adventures. In den ersten sechs Monaten wurde in Deutschland ein Umsatz von 793 Millionen Euro mit PC- und Videospielsoftware sowie Online- und Browser-Games erzielt. Das entspricht einem Anstieg um ein Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Von den Neuheiten und vom Weihnachtsgeschäft erhofft sich die Branche verstärkte Impulse, so dass am Ende des Jahres ein Umsatzplus von drei Prozent erwartet wird. 2010 stieg der Umsatz auf dem (nach Großbritannien) zweitgrößten Gamesmarkt Europas ebenfalls um drei Prozent auf 1,86 Milliarden Euro.

Aufgrund der zunehmenden Digitalisierung verzeichnet unterdessen das Segment der Online- und Browser-Games den stärksten Auftrieb mit zweistelligem Wachstum. "Wir gehen davon aus, dass die digitalen Geschäfsmodelle wie Downloads, Spiele-Apps, Online-Abonnements in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen werden", meint Olaf Wolters, Geschäftsführer des Bundesverbands Interaktive Unterhaltungssoftware. Dazu trägt bei, dass sich Smartphones und Tablet-PCs in kürzester Zeit als neue Spieleplattformen etabliert haben. Zudem setzt die Branche auf die nächste Generation der Bewegungsspiele sowie das Gaming in 3D-Formaten. Mit der Markteinführung der neuen Steuerungssysteme Move (Sony) und Kinect (Microsoft) rückte das bewegte Spiel 2010 in den Fokus der Gamesbranche. Nach Fitness-, Tanz- und Gesellschaftsspielen sollen neue Bewegungsspiele das Potenzial der Eingabegeräte auch für Core-Gamer stärker ausschöpfen.

(RP)
Mehr von RP ONLINE