Düsseldorf: Senioren auf dem Land aufs Auto angewiesen

Düsseldorf : Senioren auf dem Land aufs Auto angewiesen

Für die älteren Menschen wird laut ADAC in ländlichen Regionen die Versorgung schlechter.

Senioren auf dem Land haben ein immer größer werdendes Problem: Weil unter anderem durch den Bevölkerungsrückgang immer mehr wichtige Versorgungseinrichtungen in ländlichen Regionen verschwinden, müssen ältere Menschen weitere Wege zum Beispiel zu Ärzten bewältigen. Doch dafür mangelt es vielerorts an der notwendigen Infrastruktur. Darauf weist der ADAC in einer gestern vorgestellten Studie hin. Senioren auf dem Land seien deshalb in ihrer Mobilität stark eingeschränkt, zufriedenstellende Alternativen zum Auto gibt es oft nicht. Mehr als die Hälfte aller Wege werden im Pkw zurückgelegt.

Für die alternde Bevölkerung verringere sich dadurch die Möglichkeit, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen sowie tägliche Erledigungen zu tätigen oder Ärzte zu erreichen. Der Anteil der Fußwege und des Radfahrens nimmt mit zunehmendem Alter ab, auch Bus und Bahn spielen auf dem Land eine eher untergeordnete Rolle. Eine unerwartet hohe Bedeutung hat das Taxi - vor allem für Arzt- oder Apothekenbesuche steigt die Nutzung auf bis zu 15 Prozent. "Der ländliche Raum und seine Bewohner dürfen nicht als vernachlässigbare 'Restgröße' behandelt werden", warnt ADAC-Vizepräsident Ulrich Klaus Becker. Die Mobilität im ländlichen Raum müsse erhalten werden.

Um dies zu gewährleisten, gewinnen neue Mobilitätsangebote wie Carsharing, Rufbusse oder Mitnahmedienste durch Angehörige oder Bekannte an Bedeutung. Diese werden aber vor allem in Städten umgesetzt, vergleichbare Angebote auf dem Land sind Mangelware oder schlichtweg unbekannt. "Die fast ausschließliche Fokussierung auf Metropolregionen kann nicht das Ziel sein", warnt Becker. Nur rund fünf Prozent der 55- bis über 75-Jährigen kennen Carsharing, Rufbusse sind bei rund neun Prozent bekannt. Die sogenannten Mitnahmeverkehre - also Fahrdienste durch Taxi oder Fahrangebote durch Bekannte und Verwandte - könnten die Mobilität auf dem Land verbessern. Voraussetzung ist, dass sie neben dem Internet auch telefonisch oder an personenbedienten Verkaufsschaltern zu buchen sind. Denn nur knapp 76 Prozent der 55- bis 64-Jährigen haben einen Internetanschluss. Der Anteil bei den 65- bis 74-Jährigen liegt bei einem Drittel und bei den über 75-Jährigen bei nur 13 Prozent. Ähnlich ist es bei der Nutzung von Smartphones.

(RP)
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