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Kosten rund 500 Millionen Euro: Schützenpanzer Puma soll aufgerüstet werden

Kosten rund 500 Millionen Euro : Schützenpanzer Puma soll aufgerüstet werden

Nach dem Desaster mit der Entwicklung des "Euro Hawk" gibt es offenbar ein weiteres Projekt in der Bundeswehr: Der Schützenpanzer Puma soll für rund 500 Millionen Euro weiterentwickelt werden, um ihn an die modernen Einsatzbedingungen der Bundeswehr anzupassen.

Dies geht aus einer Vorlage hervor, über die der Haushaltsausschuss des Bundestags am Mittwoch entscheiden soll. Die Bundeswehr hat 350 Exemplare des Kettenfahrzeugs bestellt, das von den Rüstungsschmieden KMW und Rheinmetall entwickelt wird und derzeit in der Erprobung steckt. Ab Mitte 2014 soll der Puma nach und nach die alten, aus den 60er Jahren stammenden Schützenpanzer des Typs Marder ersetzen, die die Truppe derzeit in Afghanistan im Einsatz hat. Mit der Aufrüstung summieren sich die Kosten für das Gesamtprojekt auf vier Milliarden Euro.

Die ursprüngliche Bedarfsplanung für den Puma stammt noch aus dem Jahr 2004. Seither hat die Bundeswehr in Einsätzen wie in Afghanistan und dem Kosovo jedoch Erfahrungen hinzugewonnen, die auch das Anforderungsprofil an den Puma verändern. Als Konsequenz soll der Panzer nun unter anderem zusätzlich mit leichten Lenkwaffen ausgerüstet werden. Über diese und andere Zusatzleistungen soll immer erst dann entschieden werden, wenn der Panzer bestimmte Tests bestanden hat.

Dieses Jahr will das Verteidigungsministerium Aufrüstungsmaßnahmen für knapp 40 Millionen Euro in Auftrag geben. Der Löwenanteil der restlichen Zusatzleistungen in Höhe von knapp 500 Millionen Euro solle überwiegend ab 2017 beauftragt werden, heißt es in der Haushaltsvorlage. Die Kosten für die Nachrüstungen waren bisher nicht öffentlich bekannt, sind dem Verteidigungsministerium zufolge aber bereits in der langfristigen Haushaltsplanung des Ressorts enthalten.
Die Beseitigung letzter Mängel bei dem Schützenpanzer dürfte unterdessen länger dauern als erwartet: Die Haushaltsvorlage geht davon aus, dass der Panzer nun erst Mitte 2014 statt nach bisheriger Planung Ende September 2013 fertig sein wird. Änderungen für die Truppe ergeben sich daraus nach Angaben des Verteidigungsministeriums allerdings nicht, da man bei der Auslieferung ohnehin einen Puffer eingeplant habe.

(REU/felt)