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Globale Liquiditätsschwemme im Fokus: Schäuble sieht ultra-lockere Geldpolitik kritisch

Globale Liquiditätsschwemme im Fokus : Schäuble sieht ultra-lockere Geldpolitik kritisch

Während Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble die ultra-lockere Geldpolitik vielerorts in der Welt als ein großes Problem sieht, hat der Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon die EZB zu einer Abkehr von ihrem Niedrigzinskurs zur Stabilisierung der Wirtschaft in der Euro-Zone aufgerufen.

"Im Augenblick haben wir mit den Auswirkungen der globalen Geldpolitik riesige Probleme", sagte Schäuble am Montag bei eine Buchvorstellung vor dem CDU-Wirtschaftsrat in Berlin. Er glaube, dass jene, die meinen, mit der Geldpolitik sehr viel bewerkstelligen zu können, der Versuchung unterliegen könnten, die Probleme von heute nicht zu lösen sondern auf morgen zu verschieben. "Die Kritik, dass dieses Übermaß an Liquidität schwierig ist, kommt von den Notenbanken selber", sagte er.

Kritik an der Europäischen Zentralbank (EZB) äußerte Schäuble aber nicht - im Gegenteil. "Ich glaube, die EZB bewegt sich in ihrem Mandat, macht das richtig und ist erfolgreich", sagte er. "Ich werde auch morgen in Karlsruhe sagen, dass die Entscheidungen der EZB durch die Unabhängigkeit der EZB gedeckt sind." Das Problem der hohen Jugendarbeitslosigkeit in Spanien sei im Übrigen auch ein großes Problem der deutschen Politik.

Kritik von Fahrenschon

Unterdessen hat Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon die EZB zu einer Abkehr von ihrem Niedrigzinskurs zur Stabilisierung der Wirtschaft in der Euro-Zone aufgerufen. "Die Rettungspolitik der EZB ist an ihre praktischen und rechtlichen Grenzen gestoßen", sagte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes am Montag bei einer Veranstaltung der FDP-Fraktion in Berlin.

Der Niedrigzins schädige die Sparkultur, berge die Gefahr neuer Finanzblasen und drücke auf das stabile Geschäft von Banken und Versicherungen. Dabei würde die EZB mit ihrem Niedrigzins ihre Ziele nicht erreichen, sagte Fahrenschon. Denn der geringe Leitzins von 0,5 Prozent komme bei den Unternehmen in den Euro-Krisenländern überhaupt nicht in Form preiswerter Darlehen an. Die niedrigen Zinsen böten zudem keinen Anreiz zum Abbau der Staatsverschuldung.

Kritik an der EZB übte auch FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle: "Die Niedrigzinspolitik kann nicht beliebig lang betrieben werden." Deshalb wäre es gut, "wenn wir uns Schritt für Schritt aus dieser ungewöhnlich langen Zeit der Niedrigzinspolitik wieder herausbewegen könnten".

(REU/felt)