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Sal. Oppenheim erlitt 80 Millionen Euro Schaden

Köln : Ankläger: Oppenheim erlitt 80 Millionen Euro Schaden

Im Strafprozess um den Niedergang des Bankhauses Sal. Oppenheim hat die Staatsanwaltschaft der ehemaligen Führungsspitze der Bank schwere Untreue vorgeworfen. Im Zusammenhang mit dem Engagement des Geldhauses beim späteren Pleite-Konzern Arcandor sei es zu Pflichtverletzungen der vier Angeklagten gekommen, sagte Staatsanwalt Torsten Elschenbroich.

Sie hätten sich nicht die notwendigen Informationen für die Geschäfte beschafft, gegen Strategien und Geschäftsordnungen der Bank verstoßen und persönliche Interessen mit denen des Bankhauses vermischt. Durch die Billigung eines Kredits und einer Beteiligung an Arcandor im Jahr 2008 sei der Bank ein Schaden von rund 79,8 Millionen Euro entstanden. Es handele sich insgesamt um "gemeinschaftlich begangene Untreue in einem besonders schweren Fall".

Alle Partner an der Spitze der Bank seien im Detail über die Vorgänge informiert gewesen und hätten Chancen gehabt, gegenzusteuern. "Hier baute sich ein großes Klumpenrisiko auf, ohne dass darauf adäquat reagiert wurde", so Elschenbroich. Die Führung der Bank sei zum Teil nachlässig mit ihrer Informationspflicht umgegangen.

Zu den angeklagten Ex-Bankern in dem Prozess gehören Matthias Graf von Krockow, Christopher von Oppenheim, Dieter Pfundt sowie Friedrich Carl Janssen, die persönlich haftende Gesellschafter der Bank waren. Sie seien in dieser Rolle für das gesamte Geschäft der Bank verantwortlich gewesen, betonte der Staatsanwalt. Krockow habe in dem Prozess aus Sicht der Staatsanwaltschaft ein Geständnis abgelegt, dies gelte mit Abstrichen auch für Oppenheim. Janssen und Pfundt hätten die Vorwürfe bestritten. Diese Sicht sei nach Auffassung der Anklage durch den Prozess widerlegt.

Richterin Sabine Grobecker hatte zuvor die Beweisaufnahme geschlossen. Ein Urteil könnte noch im Juni verkündet werden.

(rtr)