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Energiekonzern: RWE-Vorstände sollen auf sechsstelligen Betrag verzichten

Energiekonzern : RWE-Vorstände sollen auf sechsstelligen Betrag verzichten

Der Vorstand des angeschlagenen Energiekonzerns soll nach dem Willen des Aufsichtsrates beim Sparen mit gutem Beispiel vorangehen. RWE-Chef Peter Terium und seine drei Kollegen Bernhard Günther, Rolf Martin Schmitz und Uwe Tigges sollen auf einen Teil ihres Gehaltes verzichten – und zwar jeweils auf einen sechsstelligen Betrag.

Der Vorstand des angeschlagenen Energiekonzerns soll nach dem Willen des Aufsichtsrates beim Sparen mit gutem Beispiel vorangehen. RWE-Chef Peter Terium und seine drei Kollegen Bernhard Günther, Rolf Martin Schmitz und Uwe Tigges sollen auf einen Teil ihres Gehaltes verzichten — und zwar jeweils auf einen sechsstelligen Betrag.

Das habe die Spitze des Aufsichtsrates mit der Konzernspitze so beraten, wie unsere Zeitung aus Gewerkschaftskreisen erfuhr. Auf der Personalausschuss-Sitzung des Aufsichtsrates, die Ende Februar stattfindet, soll das Sparpaket für die Vorstände beschlossen werden.

Die Konzernsprecherin sagte: "Der Vorstand wird einen weitergehenden Beitrag leisten. Das diskutiert er aber zunächst mit dem Aufsichtsrat, bevor Details öffentlich gemacht werden." RWE-Chef Peter Terium erhielt für das Jahr 2012 rund 2,5 Millionen Euro Vergütung plus Aktien und Optionen im Wert von 1,2 Millionen Euro.

Mit der Kürzung der Vorstandsgehälter würde sich RWE wohltuend vom Düsseldorfer Konkurrenten Eon abheben, dessen Vorstandsvergütung trotz Branchenkrise sogar gestiegen war. Schon nach der Aufsichtsrats-Sitzung im Dezember hatte RWE erklärt, dass der Aufsichtsrat ausdrücklich die Leistungen des Vorstandes in der schwierigen Lage anerkenne, dass er aber die Notwendigkeit sehe, dass neben den Aktionären, Leitenden Angestellten und Mitarbeitern auch der Vorstand einen Beitrag zu den Sparmaßnahmen leisten müsse. Vor allem die Gewerkschaft Verdi hatte sich für eine Kürzung der Spitzengehälter stark gemacht. Den 16 000 außertariflich Beschäftigten war bereits eine Nullrunde verordnet worden. Die Aktionäre erwartet eine Halbierung der Dividende.

Konkreter wird nun auch der Sparbeitrag der 1600 leitenden Angestellten. Bei ihnen soll die Höhe der Boni ("Long Term Incentives") künftig an den Verschuldungsgrad gekoppelt werden, wie es weiter heißt. Boni können bis zu 30 Prozent der Gesamtvergütung der leitenden Angestellten ausmachen. Die Vereinbarungen zum Boni-Programm ständen kurz vor dem Abschluss, hieß es. Eine RWE-Sprecherin sagte dazu: "Hierzu stehen wir im Austausch mit den entsprechenden Gremien. Details hierzu kommentieren wir nicht." Der Verschuldungsfaktor liegt bei 3,5, das heißt die Nettoschulden von RWE entsprechen dem 3,5-Fachen des Gewinns (Ebitda). Der Konzern hat sich das Ziel gesetzt, mittelfristig die Grenze von 3,0 einzuhalten.

(RP)