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Düsseldorf: RWE-Krise kostet Kommunen 2,7 Milliarden Euro

Düsseldorf : RWE-Krise kostet Kommunen 2,7 Milliarden Euro

Die Krise des Energiekonzerns RWE reißt tiefe Löcher in die Finanzen der am Essener Unternehmen beteiligten Kommunen. Zusammengenommen schrumpfe das Eigenkapital der 20 größten am RWE beteiligten Städte und Kreise in den Jahresabschlüssen für 2013 um mehr als 2,5 Milliarden Euro, berichtet die "Wirtschaftswoche".

Allein die Stadt Essen muss nach eigenen Angaben etwa 680 Millionen Euro auf ihre Beteiligung an dem Stromriesen abschreiben, das benachbarte Mülheim an der Ruhr rund 480 Millionen Euro. Getroffen werden die Kommunen vor allem vom Wertfall der RWE-Aktie. Der Kurs ist seit Anfang 2008 von fast 100 Euro pro Aktie auf aktuell knapp 29 Euro gesunken.

Für 2013 musste der Energieversorger erstmals Verluste ausweisen. Sie entstanden vor allem durch hohe Abschreibungen auf konventionelle Kraftwerke. Den Kommunen, die mit rund 25 Prozent die wichtigste Aktionärsgruppe sind, tut zudem der Verzicht auf Millionendividenden weh. Für 2013 zahlt der Konzern zwar trotz seines Verlustes noch Dividende, da das hierfür relevante "nachhaltige Nettoergebnis" (Gewinn ohne Berücksichtigung der außerordentlichen Abschreibung auf niederländische Kraftwerke) noch positiv ist. Aber RWE will die Dividende auf einen Euro pro Aktie halbieren. Dadurch verlieren die Kommunen weitere 150 Millionen Euro.

Da die Perspektiven für RWE in den kommenden Jahren kaum besser sein werden, könnte die Dividende noch weiter sinken. "Zu einer erneuten Kürzung darf es nicht kommen", warnte deshalb schon vor einem Monat der Chef der Stadtwerke Dortmund, Guntram Pehlke, in unserer Zeitung. Die Stadt brauche das Geld für ihren defizitären Nahverkehr.

Auch andere NRW-Kommunen finanzieren ihre Dienstleistungen teilweise über die RWE-Dividende. Mittwoch muss sich RWE-Chef Peter Terium auf der Jahreshauptversammlung des Unternehmens auf viel Kritik gefasst machen. Die "Wirtschaftswoche" berichtete, dass auch Landkreisen mit großen Anteilspaketen massive Abschreibungen bevorstünden. Betroffen seien etwa der Hochsauerlandkreis, der Rhein-Sieg-Kreis und der Rheinisch-Bergische Kreis. Auch im Vermögen der Landschaftsverbände Westfalen-Lippe und Rheinland hinterlasse die RWE-Krise Spuren.

(anh/dpa)