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Düsseldorf: RWE hält trotz Atomwende an Gewinnprognose fest

Düsseldorf : RWE hält trotz Atomwende an Gewinnprognose fest

Der Energiekonzern RWE fürchtet wegen der Atomwende zunehmend um seine Gewinne. Je nach Tempo des Atom-ausstiegs und den Rahmenbedingungen der Restlaufzeiten seien "erhebliche Auswirkungen auf die langfristige Ertragslage des Konzerns möglich", erklärte der Essener Versorger gestern. Bis zu der im Juni erwarteten Entscheidung von Bundeskanzlerin Angela Merkel gilt für RWE jedoch das Prinzip Hoffnung. Vorstandschef Jürgen Großmann will die Gewinnprognosen nicht über den Haufen werfen.

Im ersten Quartal musste der Energieriese wegen des schwächelnden Gasgeschäfts einen Gewinnrückgang von fünf Prozent auf 2,8 Milliarden Euro verbuchen. "Die anstehenden politischen Entscheidungen über die Zukunft der Kernkraft in Deutschland werden zeigen, ob und in welcher Höhe RWE 2011 mit zusätzlichen Ergebnisbelastungen rechnen muss", erklärte der Konzern. Großmann hält aber an dem im Februar gegebenen Ausblick fest, dass das Betriebsergebnis um 20 Prozent sinken wird. 2013 soll es bei fünf Milliarden Euro liegen nach 7,7 Milliarden 2010.

Dabei weiß der RWE-Chef, dass sich nach der Atomkatastrophe in Japan die Zeiten ändern: "Der von der Politik vorangetriebene Umbau der Energiewirtschaft ist eine Herkulesaufgabe, die hohe Anforderungen an die Investitionsfähigkeit der Branche stellt." Das dreimonatige Atom-Moratorium belastet RWE nach eigenen Angaben mit bis 200 Millionen Euro.

(RP)