RWE: Bis 2025 sind 20 Braunkohle-Blöcke stillgelegt

Essen: Netzagentur: Bis 2025 sind 20 Braunkohle-Blöcke stillgelegt

Der Druck auf RWE wächst. Die Behörde erwartet das Aus für Blöcke in Niederaußem, Weisweiler und Neurath.

Der Druck auf den angeschlagenen Energiekonzern wächst. Die Bundesnetzagentur geht davon aus, dass die Stromproduktion aus Braunkohle in den nächsten zehn Jahren kräftig sinken und über 40 Anlagen, davon 20 von RWE, stillgelegt werden. Das geht aus dem aktuellen Szenario der Netzagentur hervor, das unserer Zeitung vorliegt.

Bislang hat RWE für die Braunkohle angekündigt, in diesem Jahr Blöcke in Goldenberg/Hürth vom Netz zu nehmen. Doch die Netzagentur geht davon aus, dass bis 2019 vier weitere 300 Megawatt-Blöcke in Niederaußem folgen. Zudem unterstellt sie in ihren Szenarien, dass bis 2025 noch einmal über zehn Blöcke stillgelegt werden - in Frimmersdorf, Neurath, Niederaußem und Weisweiler. Teilweise sind darunter kleine Blöcke mit 300 Megawatt (MW), teilweise aber auch große 600-MW-Blöcke. Die Netzagentur sieht nach 2025 im rheinischen Revier nur noch folgende RWE-Kraftwerke im Betrieb: in Niederaußem den Block K (944 Megawatt), in Neurath die beiden BoA-Anlagen (mit je 1050 MW) und den Block E (mit 600 MW).

Ein derart großes Abschalt-Programm hätte Konsequenzen für den umstrittenen Abbau in Garzweiler II, für die Arbeitsplätze in der Region und für die Frage, womit RWE künftig noch sein Geld verdient.

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Mit ihrem Szenario legt die Netzagentur, die dem Bundeswirtschaftsministerium unterstellt ist, die Bedingungen für den Ausbau der Stromleitungen fest. In das Szenario gehen auch Vorgaben der Politik ein. So hat Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel 2014 einen Aktionsplan angekündigt, um die Versorger zur Senkung ihres Kohlendioxid-Ausstoßes zu zwingen, damit Deutschland sein Klimaziel bis 2020 erreicht. Zwar können die Versorger selbst entscheiden, wo sie einsparen. Da bei der Verfeuerung von Braunkohle aber viel Kohlendioxid anfällt, erwartet die Netzagentur offenbar, dass RWE vor allem bei der Braunkohle stillegt.

Die RWE-Sprecherin betonte dagegen: "Wir halten die Szenarien, die einen extremen Rückgang der Kohleverstromung nur aufgrund des Lebensalters der Anlagen vorsehen, für wenig wahrscheinlich." Gerade in die Braunkohle seien viele Modernisierungsinvestitionen getätigt worden. Braunkohle leiste einen wichtigen Beitrag für sichere und preiswürdige Versorgung.

(RP)
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