RRX noch ohne Zulassung vom EBA - Vorlaufbetrieb ab 9. Dezember 2018

Schienenverkehrs-Projekt: RRX noch ohne Zulassung

Am 9. Dezember soll der RRX den Vorlaufbetrieb aufnehmen.

Es ist eines der wichtigsten Verkehrsprojekte in Nordrhein-Westfalen: der Rhein-Ruhr-Express, kurz RRX. Er soll in Zukunft die Metropolen Dortmund und Köln im 15-Minuten-Takt verbinden. Für den Bau der Fahrzeuge vom Typ „Desiro HC“ ist Siemens Mobility zuständig. Am 9. Dezember sollen die ersten Züge auf der Strecke von Düsseldorf über Duisburg, Essen, Dortmund Hamm, Paderborn nach Kassel (RE11) den sogenannten Vorlaufbetrieb aufnehmen.

Nun mehren sich aber die Zeichen, dass dieser Termin womöglich wackelt. So sagte Hendrik Schulte, Staatssekretär im NRW-Verkehrsministerium, auf einer Veranstaltung an der RWTH Aachen: „Im Dezember startet – man muss sagen: hoffentlich – der Vorlaufbetrieb mit den neuen RRX-Zügen.“ Grund für die zurückhaltende Aussage dürfte die noch fehlende Betriebserlaubnis für den Desiro HC durch das Eisenbahnbundesamt (EBA) sein.

Beim Verkehrsverbund Rhein-Ruhr hieß es: „Die Zulassung ist noch nicht da. Die technische Prüfung läuft noch. Aktuell rechnen wir damit, dass sie rechtzeitig kommt.“ Auch eine Siemens-Sprecherin bestätigte, dass die Zulassung bislang noch nicht erfolgt sei. Zu den Gründen äußerte sie sich im Details nicht. Auf die Frage, bis wann ein positiver Bescheid des EBA vorliegen müsse, damit der RRX rechtzeitig rollen könne, sagte sie: „Wir haben bei ICE3 der Baureihe 407 auch erst am Abend vor dem Starttermin die Zulassung bekommen.“

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Im Netz kursieren Spekulationen, dass Hintergrund der nicht erteilten Zulassung Schwierigkeiten mit den Bremsen seien. Das EBA erklärte auf Nachfrage: „Sowohl mit dem Hersteller der Züge als auch mit den Eisenbahnverkehrsunternehmen, welche die Züge betreiben werden, steht das EBA in regelmäßigem Austausch und hat dabei selbstverständlich die Terminlage im Blick.“ Unterlagen, die die Antragsteller der Behörde vorlegten, würden in der Regel innerhalb kürzester Zeit geprüft. Das sei auch aktuell der Fall. „Derzeit gilt es, noch einzelne offenen Punkte zu klären, die den Unternehmen bekannt sind.“

Die Siemens-Sprecherin erklärte, selbst wenn die neuen Züge nicht zum geplanten Starttermin fahren könnten, gebe es für die Kunden keine Einschränkungen, da dann schlicht alte Fahrzeuge auf der Strecke eingesetzt würden.

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