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Berlin: Rocket Internet geht an die Börse

Berlin : Rocket Internet geht an die Börse

Start-up-Schmiede will am Kapitalmarkt 750 Millionen Euro einsammeln.

Die Berliner Start-up-Schmiede Rocket Internet geht an die Börse. Das Unternehmen der Brüder Oliver, Marc und Alexander Samwer will nach eigenen Angaben durch die Aktienplatzierung etwa 750 Millionen Euro einnehmen. Der Börsengang soll noch in diesem Jahr über die Bühne gehen. Die Anteilseigner wollen aber keine Anteile verkaufen. Es sollen nur neue Aktien platziert werden.

"Der Börsengang ist der nächste logische Schritt auf dem Weg zu unserem erklärten Ziel, die weltweit führende Internet-Plattform außerhalb der USA und Chinas zu werden", erklärte Rocket-Mitgründer und Chef Oliver Samwer. Das Unternehmen existiert seit 2007 und bringt hauptsächlich Internet-Start-ups auf den Weg. Zu den Firmen, die unter dem Dach von Rocket groß wurden, zählt auch der Modehändler Zalando, der ebenfalls noch 2014 an die Börse will.

Rocket Internet hat die Start-up-Produktion wie am Fließband organisiert. Eine Geschäftsidee wird schnell in verschiedenen Ländern an den Start gebracht. Aktuell sind unter dem Rocket-Dach über 50 Firmen in verschiedenen Weltregionen aktiv. Der Schwerpunkt liegt auf dem Online-Handel. So ist etwa Zalora eine Art Zalando für Asien, Dafiti setzte dieses Konzept in Südamerika um. Das Online-Kaufhaus Lazada macht der weltweiten Nummer eins Amazon auf den Philippinen Konkurrenz, das Rocket-Unternehmen Jumia tut dies in Afrika. Insgesamt arbeiten in den Firmen nach Rocket-Angaben mehr als 20 000 Mitarbeiter in 100 Ländern. Zum Rocket-Reich gehören außerdem Dienstleistungs-Anbieter aus unterschiedlichsten Bereichen: Taxi-App, Putzfrauen-Vermittlung, Busreise-Plattform, Online-Bezahldienst, Lebensmittel-Versand sowie Kredit-Vermittler.

Nach bisherigen Medienberichten strebt Rocket beim Börsengang eine Gesamtbewertung von fünf Milliarden Euro an. Damit würden die Samwer-Brüder offiziell zu Multi-Milliardären. Sie halten über ihren Global Founders Fund nach jüngsten Angaben 53,7 Prozent der Rocket-Anteile. Weitere Eigentümer sind die schwedische Investmentfirma Kinnevik (18,5 Prozent), United Internet (10,7 Prozent) und die Access Industries des US-Milliardärs Len Blavatnik (8,5 Prozent). Der philippinische Telekom-Konzern Philippine Long Distance Telephone Company hält 8,6 Prozent.

(dpa)