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Rheinmetall: Schwaches Rüstungsgeschäft belastet die Düsseldorfer

Düsseldorf : Schwaches Rüstungsgeschäft belastet Rheinmetall

Die Automobilsparte rettet den Düsseldorfern das Ergebnis. Aktionäre sollen 30 Cent Dividende bekommen.

Es war das Bild der zwei Gesichter, das Rheinmetall-Chef Armin Papperger gestern bemühte, um die Lage des Düsseldorfer Rüstungs- und Automobilzuliefer-Konzerns zu beschreiben: Während das Geschäft im zivilen Automobilgeschäft brummt, gab es in der Rüstungssparte Defence mehrere Gründe für einen massiven Ergebnisrückgang 2014: Zum einen wäre da die von der Bundesregierung gestoppte Lieferung des Gefechtsübungszentrums an Russland. Zudem wappnet sich der Konzern für Gewährleistungsansprüche aus einem Geschäft in der Region Naher Osten/Nordafrika. Der Kunde hatte die Treffgenauigkeit der Marine-Leichtgeschütze beanstandet. Hinzu kamen zahlreiche Sondereffekte wie die Kosten für die Beilegung eines Bestechungsfalls bei einer Bremer-Tochterfirma oder für das umfangreichen Umstrukturierungsprogramm. Auch das Munitionsgeschäft laufe nicht wie erwartet, seit mit dem Abzug der internationalen Truppen aus Afghanistan und dem Irak Großkonflikte weggefallen seien, sagte Finanzchef Helmut Merch. Die Ukraine-Krise habe keine Relevanz fürs Geschäft.

Die Defence-Sparte verbuchte ein Minus von 67 Millionen Euro - nachdem es im Vorjahr einen Gewinn von vier Millionen Euro gegeben hatte. Ganz anders das Bild in der Automobilsparte: Dort erzielte Rheinmetall einen 184-Millionen Euro-Gewinn, eine Steigerung von mehr als 48 Prozent. Für den Gesamtkonzern betrug das Ergebnis 102 Millionen Euro - 16 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Vorstand schlägt eine um zehn Cent niedrigere Dividende von 30 Cent vor. Papperger kündigte an, 2015 werde Defence wieder Gewinn machen. Mit einem Umsatzplus von 4,8 bis 5,0 Milliarden Euro soll die operative Umsatzrendite rund fünf Prozent erreichen. Als Grund nannte Papperger einen Auftragsbestand in der Rüstungsschmiede von rund 6,5 Milliarden Euro - 466 Millionen mehr als Ende 2013. Zudem sei die Autozulieferung ein stetig wachsendes Geschäft.

Wegen des zuletzt kriselnden Rüstungsgeschäfts drängt sich die Frage nach einer Fusion mit deutschen Konkurrenten auf. Seit Längerem wird darüber spekuliert, ob Rheinmetall mit Krauss-Maffei Wegmann (KMW) fusionieren könne. Doch die Münchener sind gerade ein Joint-Venture mit dem französischen Unternehmen Nexter eingegangen. Sollte aus der Verlobung eine Hochzeit werden, so Papperger, sei eine Fusion von KMW und Rheinmetall vom Tisch, so Papperger. Er erklärte zudem, dass es keinerlei Verhandlungen mit ThyssenKrupp über einen Kauf des U-Boot-Geschäfts gebe. "Wir haben da überhaupt keinen Druck."

(RP)