Düsseldorf: Rheinische Sparkassen mit Milliarden-Gewinn

Düsseldorf : Rheinische Sparkassen mit Milliarden-Gewinn

Die rheinischen Sparkassen haben ihr Kreditvolumen im vergangenen Jahr erneut gesteigert. Mit 109,5 Milliarden Euro wuchs das Gesamtvolumen um 0,9 Prozent. Bemerkenswert: An kleine und mittlere Unternehmen haben die 34 Sparkassen des Rheinischen Sparkassen- und Giroverbandes (RSGV) im vergangenen Jahr mit 54,9 Milliarden Euro mehr Kredite vergeben als jede andere Sparkassenregion in Deutschland. Mit Blick auf den im Rheinland zunehmend an Fahrt gewinnenden Aufschwung sagte RSGV-Chef Michael Breuer bei der Vorstellung der Jahreszahlen für 2010: "Wir haben den Aufschwung finanziert."

Und davon profitiert: Das Betriebsergebnis der Gruppe stieg um knapp zehn Prozent auf 1,477 Milliarden Euro. Mit ihrem Geld haben die Sparkassen ihre Vorsorge-Reserven um 327 Millionen Euro aufgestockt und außerdem 232 Millionen Euro an Steuern gezahlt. Davon kommen 120 Millionen Euro den rheinischen Kommunen als Gewerbesteuer zugute. Zusätzlich unterstützten die rheinischen Sparkassen im vergangenen Jahr diverse gemeinnützige Zwecke mit insgesamt 105 Millionen Euro. Der vorläufige Bilanzgewinn der rheinischen Sparkassen lag 2010 bei 247 Millionen Euro (2009: 77 Millionen Euro).

Beim anstehenden europäischen Banken-Stresstest befürchtet Breuer eine drastische Benachteiligung der deutschen Landesbanken. "Es kann nicht sein, dass hier durch europäische Institutionen bewährte und solide Eigenkapital-Formen – Stichwort Stille Einlagen – ignoriert werden und somit solide Institute völlig unnötig in Schwierigkeiten kommen", sagte der RSGV-Chef. Er befürchtet, dass die EU-Kommission sich auf einen "angelsächsischen Weg" verständige, der die Eigenheiten in der Bundesrepublik nicht berücksichtigt. Stille Einlagen müssten dem harten Kernkapital zugerechnet werden.

Die WestLB ist von dem Streit nicht betroffen. Im Zuge des Umbaus erhielt die Landesbank drei Milliarden Euro Bundesgeld, das voraussichtlich voll dem Kernkapital zugerechnet werden kann. Allerdings kommen auf die Bad Bank, in die die WestLB ihre toxischen Papiere auslagern durfte, möglicherweise neue Milliardentransaktionen zu. Laut Breuer steigt damit das Risiko für die WestLB-Eigner, erneut zur Kasse gebeten zu werden.

(RP)
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