Rhein-Ruhr-Express: Stadt Langenfeld klagt wegen RRX-Ausbau

Schienen-Großprojekt : Stadt Langenfeld klagt wegen RRX-Ausbau

Neuer Rückschlag für die Projektverantwortlichen beim Rhein-Ruhr-Express (RRX): Bei der Klage der Stadt Langenfeld vor dem Bundesverwaltungsgericht geht es um einen Stopp und besseren Lärmschutz.

Ziel des Schienen-Großprojekts ist es, die Städte Köln und Dortmund im 15-Minuten-Takt miteinander zu verbinden. Dafür müssen die Gleise zwischen den beiden Metropolen massiv ausgebaut werden.

 Wie unsere Redaktion nun erfuhr, hat das Eisenbahnbundesamt zwar bereits am 25. März den sogenannten Planfeststellungsbeschluss für den Bauabschnitt Langenfeld erteilt. Doch die Stadt hat Klage beim Bundesverwaltungsgericht gegen den Bund eingereicht, offenbar mit dem  Ziel, den Planfeststellungsbeschluss aufzuheben oder zumindest außer Vollzug zu setzen.

„Wir freuen uns über den Planfeststellungsbeschluss, bedauern jedoch, dass er beklagt wird“, sagte eine Sprecherin der Bahn. Der Staatskonzern hat deshalb die Stadt aufgefordert, ihr die Klagegründe mitzuteilen.

Die Maßnahmen für den Bereich Langenfeld sehen unter anderem vor, die Strecke zwischen Leverkusen-Rheindorf und Langenfeld-Berghausen zweigleisig auszubauen, 1,9 Kilometern Schallschutzwänden zu errichten und vier Gebäude mit Schallschutz auszustatten. Bahn-Experten gehen davon aus, dass ohne die Klage schon im nächsten Jahr mit dem Bau hätte begonnen werden können. Die Bahn wollte sich dazu nicht näher äußern.

„Wir haben beim RRX einen sehr ambitionierten Zeitplan und wollen schon bis zur Europameisterschaft 2024 Vorteile für Pendler im S-Bahnverkehr und Schallschutz für die Anwohner schaffen können. Ausschreibungen und Auftragsvergaben können wir allerdings nur machen, wenn wir Planungssicherheit haben“, sagte die Sprecherin.

Frank Schneider, Bürgermeister von Langenfeld, sagt, mit der Klage wolle die Stadt Einblicke in die Begründung für den Planfeststellungsbeschluss bekommen. „Wir haben fristwahrend Klage eingereicht, sie aber noch nicht begründet. Uns geht es darum zu erfahren, ob unsere Forderungen ausreichend berücksichtigt wurden.“ Langenfeld verlange neben einem besseren Lärmschutz auch einen eigenen Halt. „Es ist doch nicht einsehbar, warum die Nachbarstadt Düsseldorf zwei Haltepunkte bekommt und wir ganz leer ausgehen“, sagt Schneider. 

Auch wenn der RRX als das wichtigste Schieneninfrstratrukturprojekt in NRW gilt, wollte sich Landesverkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) auf Anfrage nicht zu der Klage äußern.

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