Für wen lohnt es sich? Rentensplitting erklärt – was Sie jetzt wissen müssen

Düsseldorf · Die Form der Anspruchsaufteilung zwischen Eheleuten gibt es schon seit dem Jahr 2002. Sie wird nur selten genutzt, ist jetzt aber von der Ökonomin Monika Schnitzer wieder in Erinnerung gerufen worden.

Eine j#hrliche Info der gesetzlichen Deutschen Rentenversicherung (DRV) bekommt jeder, der mindestens 27 Jahre alt ist.

Eine j#hrliche Info der gesetzlichen Deutschen Rentenversicherung (DRV) bekommt jeder, der mindestens 27 Jahre alt ist.

Foto: dpa-tmn/Marijan Murat

Mit ihrem Vorschlag zur Abschaffung der Witwenrente in der aktuellen Form und der verpflichtenden Einführung von Rentensplitting hat die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer für Aufregung gesorgt und sich Kritik beispielsweise von CSU-Chef Markus Söder eingehandelt. Die Ampel beeilte sich zu versichern, dass an der Witwenrente festgehalten werde. Die behindert laut Schnitzer die Anreize, eine eigene Beschäftigung aufzunehmen. Stattdessen sollte das Rentensplitting verpflichtend werden. Das gibt es bereits, aber es wird selten genutzt. Was man zum Rentensplitting wissen sollte:

Was ist Rentensplitting?

Die in der Ehe erworbenen Rentenansprüche werden zwischen den Partnern aufgeteilt, was beispielsweise dann geschieht, wenn einer Karriere macht und der andere Teil beispielsweise Kinder betreut und das eigene Berufsleben hinten anstellt. Das Splitting geschieht dadurch, dass dem schlechter verdienenden Partner Rentenpunkte des anderen gutgeschrieben. Beispiel: Die Frau ist Durchschnittsverdienerin und bekommt einen Rentenpunkt, der Mann arbeitet Teilzeit und erhält einen halben Rentenpunkt. Dann werden der Frau 0,25 Rentenpunkte abgezogen und dem Mann gutgeschrieben. Der Sinn des Splittings: Wenn eine(r) von beiden stirbt, bleiben dem (der) Hinterbliebenen diese Hälfte plus die vor der Ehe erworbenen eigenen Ansprüche.

Welche Bedingungen gelten?

Das Rentensplitting ist nur möglich, wenn man nach 2001 geheiratet hat. Wurde die Ehe schon vorher geschlossen, müssen beide nach 1961 geboren sein. Zudem müssen beide mindestens je 25 Rentenjahre auf ihrem Rentenkonto aufweisen.

Was gilt beim Rentenanspruch?

Das Erwerbsleben müsse abgeschlossen sein, erklärt die Deutsche Rentenversicherung auf ihrer Website. „Das bedeutet, dass Sie erstmals Anspruch auf eine volle Altersrente haben oder Ihre Partnerin oder Ihr Partner erstmals Anspruch auf eine volle Altersrente hat. Die Partnerin oder der Partner ohne Anspruch muss die Regelaltersgrenze erreicht haben“, heißt es da. Die lag bis zum Geburtsjahrgang 1946 bei 65 Jahren. Seither wird sie schrittweise angehoben bis zu den Jahrgängen 1964 und später, die die Regelaltersgrenze erst mit 67 erreichen. Das kann auch der Fall sein, wenn man noch keinen vollen Rentenanspruch, weil man beispielsweise die versicherungsrechtlich nötigen Jahre noch nicht zusammen hat. Andererseits haben Menschen mit 45 Versicherungsjahren, einen Anspruch auf die volle Rente haben, auch wenn sie die Regelaltersgrenze noch nicht erreicht haben.

Kann man sich auch nachträglich für ein Rentensplitting entscheiden?

Das geht womöglich auch. Wenn man zu Lebzeiten beider keinen Anspruch darauf hatte, kann man vom Rentensplitting nach dem Tod des Partners profitieren, wenn man die 25 Rentenversicherungsjahre zusammen hat. Allerdings entfällt dann ein womöglich bestehender Anspruch auf eine Witwer- oder Witwenrente.

Für wen lohnt sich das Rentensplitting?

Prinzipiell für jemanden, der während der Ehe nur wenig Rentenpunkte gesammelt hat, beispielsweise, weil er zwischenzeitlich komplett aus dem Job raus war oder in Teilzeit gearbeitet hat. Das gilt umso mehr, wenn man in dem Fall eine so hohe Rente hätte, dass man gar keine Witwer-/Witwenrente bekäme. Die wird nämlich auf die eigenen Bezüge angerechnet. Ein Anspruch auf eine so hohe Rente kann im Einzelfall auch durch das Splitting selbst erst entstehen.

Was spricht dagegen?

Ein Rentensplitting ist verbindlich. Das heißt: „Nach Abgabe einer gemeinsamen Erklärung für ein Splitting gibt es keine Möglichkeit mehr, nach dem Tod der Partnerin oder des Partners statt des Rentensplittings eine Hinterbliebenenrente zu bekommen“, erklärt die Deutsche Rentenversicherung. Daher empfehle man jenen, die das in Betracht zögen, sich ausführlich beraten zu lassen.

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