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Real in Deutschland: Neuer Investor übernimmt 57 Real-Häuser

Warenhauskette : Neuer Investor übernimmt 57 Real-Häuser

Damit ist die Zukunft weiterer Filialen auch in Nordrhein-Westfalen sicher, darunter eine Niederlassung in Düsseldorf sowie Real-Warenhäuser in Dinslaken, Heiligenhaus und Kamp-Lintfort.

Die neue Investorengruppe um die Unternehmerfamilie Tischendorf und Teile des Real-Managements übernimmt insgesamt 57 Filialen der Warenhauskette. Dazu gehören nach Angaben von Real die Niederlassungen in Coesfeld, Dinslaken, Düsseldorf (Schiessstraße), Heiligenhaus und Kamp-Lintfort, die damit weiterhin unter der Real-Flagge laufen. Für sie hatte es bisher noch keine endgültige Lösung gegeben. Allerdings haben die Käufer ihre Übernahmepläne offenbar noch nicht beim Bundeskartellamt angemeldet: Jedenfalls war auf der Website der Wettbewerbsbehörde bei den laufenden Fusionskontrollverfahren bis zum Freitagnachmittag noch keine Eintragung zu finden.

Insgesamt wollen Tischendorf und Co. 14 Häuser in Nordrhein-Westfalen übernehmen. Wegen der des möglichen Erwerbs weiterer Real-Häuser Filialen verhandelt der neue Eigentümer angeblich noch mit dem bisherigen eigener Eigner SCP, einem russischen Finanzinvestor. SCP hatte Real vor zwei Jahren von der Metro erworben und sich Stück für Stück von Niederlassungen getrennt. Zu den Erwerbern gehören große Handelsketten wie Edeka, Rewe, Globus und Kaufland. Eine Reihe von Häusern, die niemand wollte, wurde endgültig geschlossen.

Ursprünglich hatte die Metro mehr als 270 Häuser abgegeben. Addiert man die Zahl der Niederlassungen, die SCP fix an Edeka, Globus, Kaufland, Rewe, V-Markt und Tischendorf abgegeben hat, kommt man auf 211. Damit wäre dann noch die Zukunft von rund 60 bisherigen Real-Häusern unklar. Zu denen dürften aber etliche gehören, bei denen  noch Gespräche der potenziellen Erwerber beispielsweise mit den Vermieten laufen. So lange da noch keine Einigung über einen Mietvertrag besteht, gilt der Deal noch nicht als fix.

Zudem könnte es noch SCP-Gespräche mit jenen Investoren geben, die bereits Rea-Niederlassungen übernommen haben. Kaufland beispielsweise hat sich nach der offiziellen Lesart mit SCP abschließend auf die Übernahme von 74 Häusern geeinigt, hatte aber Ende 2020 vom Bundeskartellamt die Übernahme von bis zu 101 Häusern (mit Auflagen) genehmigt bekommen. Genauso gibt es beim größten deutschen Lebensmittelhändler Edeka eine Diskrepanz zwischen den fixen Deals (23) und den freigegebenen  (51, teilweise mit Auflagen). Insofern ist gegenwärtig kaum festzustellen, ob und wie vielen weiteren Real-Häusern womöglich noch das endgültige Aus drohen könnte. Kaufland wollte sich auf Anfrage nicht dazu äußern, ob noch Gespräche über weitere Übernahmen laufen.

(gw)