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RAG-Stiftung profitiert von Übernahmeschlacht bei Zooplus

Online-Händler für Tierbedarf : RAG-Stiftung profitiert von Übernahmeschlacht bei Zooplus

Um den Online-Tierbedarfshändler ist eine Bieterschlacht entbrannt. Das treibt den Aktienkurs des Münchner Unternehmens immer weiter nach oben – worüber man sich auch in Essen freut.

Die RAG-Stiftung ist einer der großen Gewinner des Wettbietens um Zooplus. Seit Wochen gibt es von Investoren immer neue Angebote für den Münchner Online-Versandhändler für Haustierbedarf. Erst am Montag erhöhte der US-Finanzinvestor Hellman & Friedman sein Angebot um 70 Euro auf 460 Euro pro Aktie und auf insgesamt knapp 3,3 Milliarden Euro.

Die RAG-Stiftung hatte sich 2014 über ihren Investmentpartner Maxburg an Zooplus beteiligt. Damals lag der Wert einer Aktie noch bei 50 Euro. Nach Veröffentlichung des Gebots von Hellman & Friedman kletterte der Kurs des Zooplus-Papiers am Montag auf ein neues Rekordhoch von zwischenzeitlich mehr als 474 Euro.

Sollte der US-Investor mit seinem jüngsten Angebot den Zuschlag erhalten, würde Maxburg seine Anteile in Höhe von knapp zehn Prozent verkaufen. Eine entsprechende Vereinbarung zwischen Maxburg und Hellman & Friedman wurde laut Zooplus bereits getroffen. Maxburg kann dann mit einem Gewinn von fast 300 Millionen Euro rechnen. „Das ist für uns ein sehr gutes Geschäft“, sagt Moritz Greve, Partner bei Maxburg. Die RAG-Stiftung möchte den Gewinn nach Angaben einer Sprecherin wieder am Finanzmarkt investieren und so ihre Kapitalanlage breiter fächern. Man sei stets bemüht, das Vermögen der Stiftung noch diversifizierter anzulegen.

Die RAG-Stiftung wurde 2007 vom Bund und den Steinkohle-Ländern NRW und Saarland gegründet, um den Kohle-Ausstieg zu begleiten. Dazu gehört unter anderem die Finanzierung der sogenannten Ewigkeitsaufgaben. Eine Aufgabe ist, das Grundwasser in ehemaligen Steinkohleregionen zu reinigen, und zu verhindern, dass die Schächte mit Wasser volllaufen. Finanziert werden diese Aufgaben mit Gewinnen, die von der RAG-Stiftung durch Kapitalanlagen erzielt werden. 2020 konnte die Stiftung einen Vermögenszuwachs von rund 858 Millionen Euro verbuchen.