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Düsseldorf: Qiagen will in diesem Jahr weiter zukaufen

Düsseldorf : Qiagen will in diesem Jahr weiter zukaufen

Peer Schatz zeigt sich angriffslustig: Der Chef des größten deutschen Biotechkonzerns Qiagen betonte gestern bei der Bilanzpressekonferenz, dass auch 2012 mit Übernahmen anderer Unternehmen durch seinen Konzern zu rechnen sei. "Wir sind ein aktiver Konsolidierer in unserer Branche und wollen dies auch weiter umsetzen", sagte Schatz – und zeigte die Muskeln: Rund 70 Prozent Eigenkapitalquote sollen der Firma Schlagkraft verleihen. Dutzende Unternehmen kämen für einen Zukauf in Frage, hieß es.

Schatz will das Wachstumstempo des auf Tests zum Nachweis von Krankheiten und Laborgeräte spezialisierten Hildener Unternehmens wieder beschleunigen. Das Jahr 2011 fiel schon turbulent aus: Nach Umsatzverlusten im ersten Habjahr schaffte Qiagen letztlich ein Erlösplus von acht Prozent auf 1,17 Milliarden Dollar und erreichte immerhin eine Steigerung von rund vier Prozent auf 320 Millionen Dollar beim bereinigten operativen Ergebnis. Rund eine halbe Milliarde Dollar gab der Konzern für Akquisitionen aus.

Trotz der offensiven Aussagen von Schatz muss sich Qiagen aber auch selbst vor Interessenten schützen. Der Konzern verfügt über keinen "Ankerinvestor". Qiagen prüft derzeit etwa einen bereits genehmigten Aktienrückkauf, der den Aktienkurs in die Höhe treiben soll – eine Übernahme würde sich damit für Angreifer verteuern. Derzeit rollt eine Fusionswelle durch die Branche: Der Schweizer Pharmariese Roche hatte zuletzt 5,7 Milliarden Dollar für das US-Unternehmen Illumina geboten, um sich im Markt der personalisierten Medizin zu stärken.

Auch Qiagen will in diesem Bereich expandieren und baut dafür auf ein Restrukturierungsprogramm. Es sieht den Abbau von bis zu zehn Prozent der Arbeitsplätze vor. Am Hauptsitz in Hilden werden rund 100 Stellen wegfallen. Der Standort soll mittelfristig wieder wachsen.

(RP)